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Kindergeld, Überweisungen, Rente: Was sich 2016 für Verbraucher ändert

2016 bringt einige Veränderungen im Alltag. So können etwa Inlandsüberweisungen nur noch mit IBAN ausgeführt werden.

2016 bringt einige Veränderungen im Alltag. So können etwa Inlandsüberweisungen nur noch mit IBAN ausgeführt werden.

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imago/Xinhua

Einkommen und Abgaben

Kindergeld und Kinderzuschlag steigen – Kindergeld gibt es nicht mehr ohne Steuer-ID

Das Kindergeld wird mit Jahresbeginn um zwei Euro pro Kind erhöht. Für das erste und zweite Kind erhalten Eltern dann jeweils 190, für das dritte Kind 196 Euro im Monat. Für jedes weitere Kind gibt es monatlich 221 Euro. Ab dem 1. Juli steigt außerdem der Kinderzuschlag für Geringverdiener. Statt wie bislang 140 erhalten berechtigte Eltern als Ergänzung zum Kindergeld dann monatlich bis zu 160 Euro pro Kind.
Ein rechtlicher Anspruch auf Kindergeld besteht ab Jahresbeginn nur noch mit Steuer-Identifikationsnummer (ID). Der Elternteil, der den Antrag stellt, muss aber nicht nur seine eigene, sondern auch die Steuer-ID des Kindes – unabhängig von dessen Geburtsjahr – einreichen. Das gilt auch für laufende Kindergeldzahlungen. Eltern, die die Steuer-IDs nicht bis Ende 2016 nachreichen, müssen das in dem Jahr erhaltene Kindergeld unter Umständen komplett an die Familienkasse zurückzahlen.

Höheres Wohngeld für 870.000 einkommensschwache Haushalte

Vor dem Hintergrund gestiegener Mieten und Nebenkosten erhalten bundesweit etwa 870 000 einkommensschwache Haushalte ab Jahresbeginn ein höheres Wohngeld. Darunter sind 320 000 Haushalte, die erstmals oder wieder einen Anspruch auf Wohngeld haben. Durch die Anhebung – es ist die erste seit 2009 – bekommt etwa ein Zwei-Personen-Haushalt statt bislang durchschnittlich 112 Euro im Monat künftig im Schnitt 186 Euro. Der Betrag, bis zu dem die Miete bezuschusst wird, ergibt sich aus den Miethöchstbeträgen. Diese wurden regional gestaffelt angehoben. Haushalte, die bei Inkrafttreten der Reform Wohngeld beziehen, müssen in der Regel keinen neuen Antrag stellen – sie erhalten für das laufende Jahr automatisch mehr Geld. Wohngeld wird auf Antrag grundsätzlich für zwölf Monate gewährt.

Beitragsbemessungsgrenzen in der Kranken- und Rentenversicherung werden angehoben

In der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung steigt mit Beginn des neuen Jahres die bundesweit einheitliche Beitragsbemessungsgrenze von 4125 auf 4237,50 Euro im Monat. Dadurch müssen Arbeitnehmer mehr zahlen: Ihr Anteil in der gesetzlichen Krankenversicherung klettert, ohne Zusatzbeitrag, von monatlich 301,13 auf maximal 309,34 Euro. Der Wechsel in die private Krankenversicherung ist 2016 erst ab einem Monatseinkommen von 4687,50 Euro möglich (2015: 4575 Euro).

Die Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung steigt ebenfalls zum 1. Januar, und zwar von 6050 auf 6200 Euro (West) und von 5200 auf 5400 Euro (Ost) im Monat. In der knappschaftlichen Rentenversicherung liegt sie in westlichen Bundesländern künftig bei monatlich 7650 Euro (91 800 Euro im Jahr) und in östlichen Bundesländern bei 6650 Euro im Monat (79 800 im Jahr).

Rentner bekommen mehr Geld

Ab Juli gibt es für die über 20 Millionen Rentner in Deutschland jeden Monat mehr Geld: Nach vor-läufigen Angaben des Schätzerkreises Rentenversicherung steigen die Beträge im Westen um 4,3 Prozent und im Osten um etwa fünf Prozent. Der genaue Prozentsatz wird allerdings erst im Frühjahr festgelegt. Ein Grund für die Erhöhung: 2016 gleicht sich ein einmaliger statistischer Effekt aus. Bei der Rentenanpassung 2015 waren Durchschnittslöhne aufgrund von EU-Vorgaben nämlich anders berechnet und niedriger angesetzt worden.

Rürup-Rente wird stärker gefördert

Die Rürup-Rente wird ab dem 1. Januar stärker gefördert: Versicherte können statt 80 dann 82 Prozent ihrer Einzahlungen steuerlich geltend machen. Die Steuervorteile sind allerdings durch einen abzugsfähigen Höchstbetrag gedeckelt. Ab 2016 beträgt er statt 22 172 nun 22 766 Euro pro Jahr. Davon müssen allerdings die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung abgezogen werden. Ledige beispielsweise können demnach Vorsorgebeiträge von bis zu 18 668 Euro steuerlich geltend machen. Die vollen 22 766 Euro können nur Selbstständige ausschöpfen, die nicht freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen.

Wer 2016 in Rente geht, muss übrigens statt 70 künftig 72 Prozent der Rürup-Rente versteuern.

Hartz-IV: Mehr Geld, Ende der Familienversicherung

Hartz-IV-Empfänger erhalten ab dem 1. Januar je nach Regelbedarfsstufe monatlich zwischen drei und fünf Euro mehr. Alleinstehende etwa haben dann unter dem Strich im Monat einen Betrag von 404 Euro und damit fünf Euro mehr als bisher zur Verfügung. Fünf Euro mehr bekommen auch alleinstehende Asylbewerber: nämlich statt 359 künftig 364 Euro im Monat.

Gleichzeitig entfällt ab Jahresbeginn für alle Hartz-IV-Bezieher, Jugendliche ab 15 Jahren eingeschlossen, die derzeitige Familienversicherung in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung. Jeder Leistungsempfänger ist damit künftig eigenständiges Mitglied einer Kranken- und Pflegekasse. Wie alle Versicherungspflichtigen müssen auch Hartz-IV-Bezieher den Zusatzbeitrag zahlen. Die Kosten übernimmt jedoch der Bund.

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