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US-Computerkonzern: Hewlett Packard schließt Werk in Rüsselsheim

Uhr | Aktualisiert 01.02.2013 17:18 Uhr

Hewlett Packard (FOTO: DPA)

Der US-Computerkonzern Hewlett Packard (HP) schließt seinen Standort in Rüsselsheim mit 1100 Beschäftigten. Das teilte das Unternehmen am Freitag in New York mit.
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New York/Frankfurt/Main/AFP. 

850 Arbeitsplätze würden wegfallen, die übrigen 250 Angestellten hätten die Möglichkeit, zu Partnern oder Kunden zu wechseln. Die Gewerkschaften Verdi und IG Metall reagierten entsetzt und kündigten ihren entschiedenen Widerstand gegen den Jobabbau an.

HP kämpft mit Problemen, weil das Unternehmen lange die Entwicklung von Tablet-Computern und Smartphones verschlafen hatte. Im November kündigte der Konzern einen Umbau an, bei dem weltweit 29.000 Jobs gestrichen werden sollen.

Nach Gewerkschaftsangaben fällt durch die Schließung von Rüsselsheim ein Viertel der gesamten deutschen Belegschaft im Bereich Enterprise Services weg. Wie das Unternehmen unter diesem Umständen sein Tagesgeschäft fortsetzen wolle, sei nicht nachzuvollziehen, erklärten die Aufsichtsratsmitglieder Thomas Müller (Verdi) und Johannes Katzan (IG Metall) in Frankfurt am Main und Stuttgart. „Die Beschäftigten sollen hier für Managementfehler gerade stehen, ohne dass eine Strategie erkennbar wird, wohin sich HP in Deutschland entwickeln soll.“

Gewerkschaftsangaben zufolge informierte das deutsche Management am Freitag in einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung über die Pläne. Die IG Metall bezeichnete die Bekanntgabe der Pläne als überraschend. Bisher sei lediglich ein Rahmenprogramm zum freiwilligen Abbau von 450 Jobs vereinbart worden, das erst die Basis für weitere Verhandlungen schaffen sollte. „Wir sind empört, dass wir in die Planungen des Managements nicht einbezogen wurden“, erklärte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Günter Hornung. Die IG Metall betonte, sie werde dem „fragwürdigen Handstreich-Manöver“ von HP nicht tatenlos zuschauen.