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Transfergutscheine: Studenten forschen für kleine Firmen

Uhr | Aktualisiert 07.01.2013 22:07 Uhr

Wirtschaftsministerin Birgitta Wolff (FOTO: BIEL)

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Viele Unternehmen in Sachsen-Anhalt betreiben kaum eigene Forschung. Mit sogenannten Transfergutscheinen will ihnen Wirtschaftsministerin Birgitta Wolff auf die Sprünge helfen.
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Halle (Saale)/MZ. 

Den Start im vorigen Jahr bezeichnet Wolff als "vollen Erfolg". Nach Angaben des Ministeriums wurden 2012 erstmals 623 solcher Scheine ausgegeben und auch genutzt. Damit sollen Projekte von Hochschulen gefördert werden, die sie mit kleinen und mittelstandenischen Unternehmen umsetzen. Das Projekt richtet sich in erster Line an Studenten, die ihre Bachelor- oder Masterarbeit mit Forschungsaufträgen in Zusammenarbeit mit Firmen aus der Region schreiben sollen. Anreiz für die Studenten ist der finanzielle Aspekt des Gutscheins: Er hat einen Wert von 400 Euro. "In der kommenden EU-Förderperiode ab 2014 wollen wir die Summe auf 1 000 Euro erhöhen", kündigt Wolff an.

An der Universität Magdeburg seien alle 163 Gutscheine vergeben, sagte Sylvia Springer, Leiterin des Technologie-Transfer-Zentrums. "Das Interesse der Studenten war groß", sagt sie. Auch an der Uni Halle ist nach Angaben von Stephanie Anders vom Career Center nur noch eine Handvoll von 183 Stück übrig. Vor allem aus der Erziehungswissenschaft habe es eine hohe Nachfrage gegeben. Für dieses Jahr seien neue Scheine bereits beantragt.

Hintergrund der Aktion ist nach Worten von Ministerin Wolff, dass noch zu viele gut ausgebildete junge Leute das Land verlassen, weil sie hier keine berufliche Zukunft sehen. Durch die Scheine würden sie mehr Kontakte zu hiesigen Unternehmen knüpfen.

Auch die Unternehmen sollen davon profitieren, da sie in puncto Forschung und Entwicklung (F & E) ihren nationalen Konkurrenten vielfach hinterherhinken. Nach Berechnungen des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) belaufen sich die F & E-Ausgaben der Wirtschaft in Sachsen-Anhalt auf 0,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. In Sachsen liegt der Anteil bei 1,3 Prozent, in Baden-Württemberg gar bei 3,6 Prozent.

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