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Solarbranche: Solarworld-Aktie stürzt ab

Uhr | Aktualisiert 25.01.2013 21:53 Uhr

Für das Gesamtjahr erwartet Solarworld einen deutlich sinkenden Umsatz sowie einen hohen operativen Verlust. (FOTO: DPA)

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Die Aktie von Solarworld ist am Freitag abgestürzt. Das Papier verlor kurz nach Handelsbeginn rund 27 Prozent. Die Krise der Solarbranche bringt das einstige Vorzeigeunternehmen finanziell immer stärker in Bedrängnis.
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Bonn/MZ. 

Lange galt Frank Asbeck als der „Sonnenkönig“ vom Rhein: Der Gründer und Vorstandschef von Solarworld war ein Pionier und das Aushängeschild der gesamten Solarbranche. Aktionäre konnten viel Geld mit dem Bonner Unternehmen verdienen - bevor die Krise kam und der Kurs in sich zusammensackte. Nun drücken Schulden und rote Zahlen - es geht um die Zukunft des Lebenswerks von Asbeck.

Seit der knappen Pflichtmitteilung vom Donnerstagabend ist klar: Die Luft ist dünn geworden für Solarworld. Der deutsche Branchenprimus ist in finanziellen Nöten und kämpft ums Überleben. Aber Pleitegefahr bedeutet das nach Auskunft Asbecks nicht, es gehe jetzt um Schuldenreduzierung. „Das hat nichts mit einer Insolvenz zu tun.“

Gläubigern drohen zumindest heftige Verluste. Die von einem möglichen Schuldenschnitt betroffenen Anleihen brachen gestern ein - ebenso der Aktienkurs.

Die heftige Krise in der einstigen Aufbruchbranche durch Überproduktion und Wettbewerbs- und Preisdruck fordert Zug um Zug ihre Opfer. Da halfen auch die staatlichen Subventionen nicht, mit denen die Solarenergie in Deutschland - zulasten der Stromkunden - gefördert wurde. Vor allem der von China forcierte harte Wettbewerb mit einem anhaltenden Preisverfall bei Solarprodukten führte einstige Vorzeigeunternehmen wie Q-Cells in die Insolvenz oder brachte sie zumindest in arge Bedrängnis.

Neben anderen deutschen Anbietern musste auch Solarworld auf dem deutschen Heimatmarkt der Konkurrenz aus Fernost immer mehr das Feld überlassen. Für Asbeck ist China der Sündenbock. Er warf der chinesischen Solarbranche in den vergangenen Monaten immer wieder vor, eine „ruinöse Abwärtsspirale“ in Gang gesetzt zu haben. Dies sei nur mit staatlicher Hilfe möglich, denn auch die Chinesen seien keine „Hexenmeister“. Die USA und die EU wollen China mit Strafzöllen und Dumping-Beschwerden wieder in die Schranken weisen. Die Aussichten der EU-Beschwerde sind zweifelhaft.

Solarworld beschäftigt nach dem Abbau von 500 Stellen noch 2 500 Mitarbeiter und hat Produktionsstätten in Freiberg (Sachsen) und in den USA. Die Belegschaft in Freiberg wurde auf Kurzarbeit gesetzt.