Vorlesen

Sachsen-Anhalt: Magdeburg baut Windkraft-Riesen

Uhr | Aktualisiert 13.08.2008 21:19 Uhr
Drucken per Mail
Windräder

Windräder (Foto: dpa)

Von
Die Enercon GmbH will die größte Windkraftanlage der Welt an ihrem Unternehmensstandort Magdeburg in Serie produzieren. Das sagte Enercon-Mitarbeiterin Ruth Brand am Mittwoch in Magdeburg.
Magdeburg/MZ. 

Produktionsstart für die Anlage E 126, von der bereits Prototypen an den Unternehmensstandorten Emden und Aurich in Betrieb sind, soll Ende 2009 oder spätestens 2010 sein.

Die von Deutschlands größtem Windkraftanlagenhersteller Enercon entwickelte Anlage hat einen Rotordurchmesser von 126 Metern und eine Gesamthöhe von rund 200 Metern. Damit überragt sie die derzeit gängigen Windanlagen mit Höhen von 78 bis 138 Metern deutlich. 20 Millionen Kilowattstunden Strom könne die Anlage im Jahr bei voller Laufleistung erzeugen, so Brand. "Das reicht für 6 000 Familien." Mit Anlagen dieser Größe sei es möglich, auf lange Sicht als störend empfundene Windparks mit kleinen Anlagen durch eine geringere Zahl an effizient arbeitenden Windrädern zu ersetzen.

Für die Fertigung der Betontürme baut Enercon derzeit am Hafen Magdeburg bereits ein neues Werk. Über den Hafen und Schifffahrtswege soll laut Brand auch zum großen Teil die Auslieferung erfolgen. Die Rotoren der Anlage sollen am Produktionsstandort Magdeburg-Rothensee gefertigt werden.

Die Enercon GmbH hat insgesamt 11 000 Mitarbeiter, davon in Magdeburg 3 700. Im Jahr 2007 steigerte Enercon seinen Umsatz auf 2,4 Milliarden Euro. Im Jahr zuvor hatte das Unternehmen 1,9 Milliarden Euro umgesetzt. 70 Prozent aller von Enercon gefertigten Windkraftanlagen werden exportiert. Die Wachstumsaussichten in der Windbranche sind laut Brand auch weiterhin sehr gut: "Der Markt kommt mittlerweile zu uns, da die Strompreise so stark steigen." Das wirke sich auch auf die Zulieferindustrie positiv aus: "Unser jährliches Zuliefervolumen von Firmen aus Sachsen-Anhalt hat 340 Millionen Euro erreicht."