Das kanadische Unternehmen BNK Petroleum will noch in diesem Jahr mit den Erkundungen möglicher Vorkommen beginnen. "Gesucht wird im Bördekreis, am Harzrand und im Salzlandkreis", sagte Klaus Angerer, Geschäftsführer der BNK Deutschland GmbH. Das Unternehmen werde sich zunächst auf Untersuchungen mit Schallwellen konzentrieren. Sie sollen Aufschluss über die Gesteinsformationen in 1 000 bis 3 000 Meter Tiefe geben. BNK vermutet, dass in dem dortigen Gestein Erdgas eingeschlossen ist. Frühestens 2014 könnte es Probebohrungen geben.
Bisher habe das Unternehmen noch keinen Antrag auf eine Betriebserlaubnis für die Erkundungen gestellt, sagte Frank Esters, Leiter der Abteilung Bergbau des Landesamtes für Geologie und Bergwesen. Es habe mit BNK aber Vorgespräche gegeben. "Wir rechnen mit einem Antrag und werden diesen prüfen." Bisher wurde im Land nur in der Altmark Gas gefördert - diese läuft aus.
Anders als herkömmliche Bohrungen, die große Gasblasen anzapfen, ist die Produktion von sogenanntem unkonventionellen Gas aufwendiger. Um das Erdgas zu fördern, muss man das tief liegende Gestein aufbrechen. Das geschieht mit Wasser, Sand und Chemikalien, die unter Druck in die Erde gepresst werden. Angerer nennt das Verfahren erprobt und sicher. Das Gas würde auch nicht mit dem weit darüber liegenden Grundwasser in Berührung kommen.
Umweltschützer kritisieren den Einsatz der Chemikalien. "Es muss geklärt werden, ob die Gesteinsschichten, die eine Kontamination des Grundwassers verhindern sollen, stabil sind", erklärte BUND-Landeschef Oliver Wendenkampf. In Nordrhein-Westfalen, wo Erkundungen weiter fortgeschritten sind, hat die Landesregierung einen Stopp der Bohrungen veranlasst. Es gebe zu wenig Informationen über potenzielle Gefahren, hieß es als Begründung.
Ungeachtet dessen gibt es in Deutschland derzeit einen regelrechten Wettlauf der Gassucher. BNK will Erkundungen auch in Thüringen, Niedersachsen und NRW vornehmen. In diesen Ländern sind bereits mehrere internationale Konzerne tätig. In den USA, wo die Technologie seit Jahren eingesetzt wird, gibt es einen Gasboom - mit rapide fallenden Gas-Preisen für die Endverbraucher.