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Regionaler Energieversorger Envia-M: Für viele Kunden in Mitteldeutschland steigt der Strompreis

Das Hauptgebäude der EnviaM in der Magdeburger Straße bleibt erhalten.

Das Hauptgebäude der EnviaM in der Magdeburger Straße bleibt erhalten.

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Günter Bauer

Halle (Saale) -

Der regionale Energieversorger Envia-M erhöht leicht die Strompreise. Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, steigt der Grundpreis für Privatkunden zum 1. März um einen Euro im Monat. Für einen Haushalt mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 2 000 Kilowattstunden bedeutet dies, dass die monatliche Rechnung von 56 Euro auf 57 Euro steigt. Das ist ein Plus von 1,8 Prozent. Betroffen davon sind 720 000 Privatkunden in der Grundversorgung und daran angelehnter Tarife in Mitteldeutschland. Für Festpreisangebote mit etwa 24 Monaten Laufzeit gilt dies nicht. Envia-M begründet die Anhebung mit gestiegenen Preisen für die Netznutzung. Vor allem durch den Zubau von Wind- und Solaranlagen müssen die Stromleitungen erweitert werden. Das zahlt der Verbraucher über seinen Strombezug mit.

Verbrauchspreise bleiben konstant

„Steuern, Abgaben und Umlagen haben im Jahr 2016 ein neues Rekordniveau erreicht. Dennoch ist es uns gelungen, den Anstieg der Strompreise auf ein Mindestmaß zu begrenzen“, betonte Envia-M-Vorstand Andreas Auerbach. Die sogenannten Verbrauchspreise für Privatkunden lässt Envia-M daher auch konstant. Für Gewerbekunden ergeben sich 2016 keine Änderungen der Strompreise. Auerbach begründet dies mit deutlich höheren Verbräuchen der Unternehmen. Der Anteil der Netzkosten falle bei diesen weniger ins Gewicht. Im vergangenen Jahr hatte der Energieversorger die Stromtarife erstmals seit Jahren gesenkt.

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Auch andere Versorger drehen an der Preisschraube. Das Vergleichsportal Vergleichsportal Verivox registrierte zum Januar 2016 bisher 137 von gut 800 deutschen Versorgern mit Preiserhöhungen von im Schnitt 2,8 Prozent. Damit dürfte es 2016 wohl dabei bleiben, dass deutsche Kunden für ihren Haushaltsstrom europaweit mit am tiefsten in die Tasche greifen müssen. Im Frühjahr 2015 war Strom nur in Dänemark teurer. In Deutschland wurden durchschnittlich gut 29 Cent pro Kilowattstunde verlangt.

Ökostrom drängt auf den Markt

Am Börsenpreis für die Strombeschaffung liegt das nicht. Dort fällt und fällt der Preis, weil immer mehr geförderter Ökostrom auf den Markt drängt. Der Börsenpreis beträgt inzwischen nur noch drei bis vier Cent - etwa halb so viel wie 2011 - und unterschreitet gelegentlich sogar die Schallmauer von drei Cent pro Kilowattstunde.
Die Strombeschaffung macht aber nur etwa ein Viertel des Endpreises aus. Mehr als die Hälfte sind staatliche Umlagen - und hier gibt es 2016 gleich mehrere Erhöhungen. Die EEG-Umlage zur Förderung der erneuerbaren Energie steigt um knapp 0,2 Cent auf 6,354 Cent pro Kilowattstunde. Die KWK-Umlage steigt deutlich. Rund 23 Prozent des Preises entfallen außerdem auf die Netzentgelt. Sie verteuern sich laut Verivox im Bundesschnitt um fast vier Prozent mit sehr starken regionalen Unterschieden und Ausschlägen um teils bis zu 15 Prozent. Das trifft vor allem ostdeutsche Regionen mit vielen neuen Windparks. (mz)