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Regionale Produkte: Woher kommen die Erdbeeren in der Marmelade?

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Eine neue Kennzeichnung für regionale Lebensmittel aus Deutschland soll Kunden beim Einkauf mehr Klarheit bringen. «Der Verbraucher muss sicher sein können, dass ein Produkt zu Recht mit seiner regionalen Herkunft wirbt», sagte Bundesverbraucherministerin Aigner (CSU) der Nachrichtenagentur dpa. (FOTO: DPA) 
Bei Produkten, die mit ihrer Herkunft aus der Umgebung werben, sollen Kunden künftig besser durchblicken. Kritikern geht die neue Kennzeichnung nicht weit genug.
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Berlin/dpa. 

Eine neue Kennzeichnung für regionale Lebensmittel aus Deutschland soll Kunden beim Einkauf mehr Klarheit bringen. „Der Verbraucher muss sicher sein können, dass ein Produkt zu Recht mit seiner regionalen Herkunft wirbt“, sagte Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) der Nachrichtenagentur dpa. Die Zusatzdeklaration solle auf den ersten Blick zeigen, „wo das Produkt verarbeitet wurde, wie die Region definiert ist und dass die Hauptzutat zu 100 Prozent aus dieser Gegend stammt“. Hersteller sollen die Kennzeichnung freiwillig nutzen können. Geplant ist, dass in einer Pilotphase bis April vorerst 150 Produkte in fünf Regionen damit angeboten werden.

Die Verbraucherorganisation Foodwatch kritisierte die Pläne. „Die Lebensmittelhersteller sollten verpflichtet werden, draufzuschreiben wo die Rohstoffe herkommen - und nicht freiwillig, also nicht nur die, die es gerne verraten möchten“, sagte Oliver Huizinga von Foodwatch am Donnerstag im ZDF-Morgenmagazin. Interessant werde es erst, wenn ein Hersteller nicht verraten wolle, wo die Zutaten seiner Produkte herkämen. „Deswegen brauchen wir eine verpflichtende gesetzliche Regelung und kein zusätzliches freiwilliges Siegel.“

Das Ministerium wies die Kritik zurück. Die EU-Kommission prüfe derzeit eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung für verarbeitete Lebensmittel, was Deutschland ausdrücklich unterstütze. Solange die Kommission nicht entschieden habe, dürfe kein Mitgliedstaat eine solche Kennzeichnung im Alleingang einführen. „Deshalb geht Deutschland nun mit einer freiwilligen Kennzeichnung voran. Wir warten hier nicht auf Brüssel“, sagte ein Sprecher am Donnerstag.

In Deutschland gibt es bereits mehrere Siegel und Marken für die Regionalität von Produkten. Für sie gelten aber keine einheitlichen Kriterien. Das neue „Regionalfenster“, das Aigner am Donnerstag auch bei der Agrarmesse Grüne Woche in Berlin vorstellen wollte, soll in fünf Regionen erprobt werden. Finden sollen Kunden das blaue Motiv vorerst in je vier Lebensmittelgeschäften in Berlin/Brandenburg, Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und der „Metropolregion Hamburg“.

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