Nachrichten aus Sachsen-Anhalt, Mitteldeutschland und der Welt

Pleite wegen Ukraine-Krise: Maschinenbauer Vakoma aus Magdeburg insolvent

Das im Jahr 1869 gegründete Traditionsunternehmen Vakoma hat am Amtsgericht Magdeburg Insolvenz angemeldet.

Das im Jahr 1869 gegründete Traditionsunternehmen Vakoma hat am Amtsgericht Magdeburg Insolvenz angemeldet.

Foto:

ZB

Magdeburg -

Erstmals hat in Sachsen-Anhalt ein Unternehmen wegen der Ukraine-Krise und des Verfalls des russischen Rubels Insolvenz anmelden müssen. Der Magdeburger Maschinenbauer Vakoma mit 45 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von rund zehn Millionen Euro sei „durch den Einbruch des Russlandgeschäftes“ in Zahlungsschwierigkeiten geraten, hieß es am Montag in einer Erklärung des vorläufigen Insolvenzverwalters Lucas Flöther aus Halle. Der Export aus Sachsen-Anhalt nach Russland ist seit 2013 rückläufig.

Flöther prüft nun die Möglichkeit einer Sanierung. Das traditionsreiche Unternehmen werde nach der Insolvenzanmeldung beim Amtsgericht Magdeburg ohne Einschränkungen fortgeführt, betonte der Insolvenzverwalter. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter sind über das Insolvenzgeld bis Ende Mai gesichert.

Flöther verschafft sich derzeit ein Bild der Lage bei Vakoma. Denkbar sei ein Vergleich mit den Gläubigern ebenso wie die Sanierung mit Hilfe eines Investors. Da das Unternehmen gut aufgestellt sei, „sehe ich Chancen für eine Sanierung“.
Vakoma hatte in jüngster Zeit „drastische Umsatzrückgänge“ verzeichnet, so der Insolvenzverwalter weiter. Vakoma, Entwickler und Hersteller von Antriebstechnik etwa für Mühlen und Öfen, hatte 90 Prozent seines Umsatzes mit Exporten erwirtschaftet, insbesondere in osteuropäische Länder. Noch im Januar hatte Vertriebschef Christoph Krossing betont, dass die Länder der einstigen Sowjetunion trotz aller Probleme wichtige Märkte blieben.

Vakoma ist mit seiner Insolvenz Opfer eines Trends, der Beobachtern der Wirtschaftsentwicklung in Sachsen-Anhalt auch weiter Sorgen bereitet. „Die russischen Geschäftspartner sind zurückhaltend“, sagte Birgit Stodtko von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Halle-Dessau. Grund sei vor allem der drastische Verfall des Rubels, der für Russen Einfuhren aus Deutschland stark verteuere. Allein im vergangenen Jahr hat die russische Währung fast 40 Prozent ihres Wertes verloren.
2014 exportierten Firmen aus Sachsen-Anhalt Waren für knapp 370 Millionen Euro nach Russland, 2013 waren es noch Waren für gut 430 Millionen. Dabei liegt der Anteil Russlands am Gesamtexport Sachsen-Anhalts bei weniger als drei Prozent. Von dem Rückgang betroffen seien aber nicht nur Exporteure, sondern auch Zulieferer, betont Wolfgang März, Geschäftsführer der IHK Magdeburg. „Das ist ein alarmierendes Signal.“

Die russische Misere und die wirtschaftlichen Folgen der Ukraine-Krise bekommen derweil auch Weltfirmen zu spüren. So hat der Autohersteller Opel wegen des Absatz-Rückgangs erst jüngst seinen Rückzug vom russischen Markt angekündigt. (mz)



Es gibt neue Nachrichten!

Wir haben neue Artikel für Sie. Möchten Sie jetzt die aktuelle Startseite laden?