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Personalcomputer: Michael Dell will Konzern von der Börse nehmen

Uhr | Aktualisiert 15.01.2013 22:04 Uhr

Michael Dell, Aufsichtsratsvorsitzender und Firmengründer des US-Computerherstellers Dell in Halle. (FOTO: ARCHIV/DPA)

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Michael Dell plant Revolutionäres. Der 47-Jährige will den von ihm gegründeten und nach ihm benannten Computerkonzern radikal umbauen. Um das zu erreichen, bastelt er an einem waghalsigen Megadeal.
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Berlin/MZ. 

Michael Dell plant Revolutionäres. Der 47-Jährige will den von ihm gegründeten und nach ihm benannten Computerkonzern radikal umbauen. Um das zu erreichen, bastelt er an einem waghalsigen Megadeal: Er will gemeinsam mit Finanzinvestoren und Banken das Unternehmen von der Börse nehmen. Das Geschäft wäre mit einen Volumen von etwa 20 Milliarden Dollar eines der größten seiner Art seit Jahren.

Michael Dell hat schon einmal Revolutionäres geschafft. Er krempelte das Computer-Geschäft um. Er perfektionierte das sogenannte Order-to-Build-Prinzip: Dell fertigt die Rechner nach den individuellen Wünschen der Kunden. Bestellt wird direkt bei Dell. In Halle ist dafür der bundesweite Vertrieb und Service angesiedelt. Zwischenhändler gibt es nicht. Damit schaffte es Dell einst an die Spitze der PC-Branche. Doch seit geraumer Zeit geht es abwärts. Die Firma hat binnen fünf Jahren fast die Hälfte ihres Börsenwertes verloren.

Das Order-to-Build-Prinzip zieht im Massenmarkt nicht mehr - immer mehr Rechner werden in Standardausstattung verkauft. Außerdem leidet Dell besonders stark unter der Smartphone-Tablet-Revolution. Nach Ansicht der Experten des Marktforschungsunternehmens Gartner kaufen sich Konsumenten derzeit bevorzugt Tablet-Rechner und Smartphones. Die alten Laptops und Tischrechner werden nicht durch neue ersetzt.

Wie die Sanierung aussehen wird, ist indes völlig offen. Klar ist nur, dass Dell durch ein tiefes Tal muss. Experten sehen zwei Möglichkeiten: Entweder die Firma steigt groß ins Geschäft mit Tablets und Smartphones ein. Oder sie konzentriert sich auf Hardware und Software für Firmen, die große Datenmengen verarbeiten. Nicht auszuschließen ist, dass das gute alte PC-Geschäft komplett aufgegeben wird.

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