Vorlesen

Paketgeschäft: Deutsche Post DHL profitiert von Online-Handel

Uhr

Das Paketgeschäft von DHL wird nach Ansichten von Chef Appel in Zukunft nicht mehr so stark wachsen. (SYMBOLFOTO: DPA)

Die Deutsche Post DHL profitiert vom stark wachsenden Online-Handel. Es soll weiterhin an sechs Tagen in der Woche zugestellt werden. Auch im Filialnetz werde es keine weiteren Einschnitte geben, sagt Vorstandschef Appel.
Drucken per Mail
Bonn/Berlin/DPA. 

Das Paketgeschäft der Deutschen Post DHL wird nach Ansicht von Vorstandschef Frank Appel in den nächsten Jahren nicht mehr so stark wachsen wie zuletzt. „Wir werden dort in den kommenden Jahren nicht weiterhin mit prozentual zweistelligen Wachstumsraten zulegen können“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Post DHL der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Samstag). „Aber wir erwarten durchaus ein jährliches Wachstum des Paketmarktes von 5 bis 7 Prozent.“ Das Unternehmen profitiert vor allem vom boomenden Online-Handel.

Im Filial- und Briefkastennetz seien keine weiteren Einschnitte geplant. Außerdem werde die Post weiterhin samstags zustellen. Anders als noch vor ein paar Jahren habe das Unternehmen aktuell keinen Grund, darüber nachzudenken, einen Zustelltag zu streichen, sagte Appel. „Inzwischen werden die Volumina, die durch das langsam abschmelzende Briefgeschäft wegfallen, unter anderem über das Wachstum durch den Versand von Waren aus dem Online-Handel ausgeglichen.“

Weiteres Wachstum erhofft sich Appel zum Beispiel durch den Lebensmittelhandel im Internet. „Die Briten decken schon rund 5 Prozent ihres Tagesbedarfs über Online-Bestellungen ab“, sagte der Post-Chef. „Davon sind wir in Deutschland noch sehr weit entfernt - aber warum sollte es sich hier nicht auch in diese Richtung entwickeln?“

Zur gescheiterten Fusion der Logistikkonzerne United Parcel Service (UPS) und TNT Express sagte Appel: „Für uns ist die Entwicklung sicherlich positiv. Denn TNT ist jetzt erst einmal weiterhin vor allem mit sich selbst beschäftigt.“ Die europäischen Wettbewerbshüter hatten am Mittwoch ihr Veto gegen das Vorhaben eingelegt. Nach Ansicht der EU-Kommission hätte es nach dem Zusammenschluss zu wenig Wettbewerb in Europa gegeben. Die Post werde nicht für TNT bieten, sagte Appel.