Nachrichten aus Sachsen-Anhalt, Mitteldeutschland und der Welt

Messe „Grüne Woche“ in Berlin: 60 kulinarische Neuheiten aus Sachsen-Anhalt

Neben Agrarminister Hermann Onko Aeikens sind sachsen-anhaltische Spezialitäten aufgebaut.

Neben Agrarminister Hermann Onko Aeikens sind sachsen-anhaltische Spezialitäten aufgebaut.

Foto:

dpa

Halle (Saale) -

Zartes Filet vom Heilbutt umhüllt von knusprigem Blätterteig, serviert an Kraut, das mit Safran veredelt wurde. Anspruchsvolle Gerichte gelingen in der heimischen Küche selten so gut wie im Restaurant, weil es an speziellen Gewürzen fehlt. Das will das kleine hallesche Start-up Rezept-Gewürze.de ändern. Das 2014 gegründete Unternehmen verkauft Gewürzboxen zu verschiedenen Gerichten samt Rezept im Internet und bei stationären Händlern.

Auf der in der kommenden Woche beginnenden „Grünen Woche“ in Berlin wird sich die junge Firma erstmals einer breiten Öffentlichkeit vorstellen. Rezept-Gewürze.de ist einer von sechs neuen Ausstellern aus Sachsen-Anhalt in diesem Jahr. Insgesamt ist das Land mit 85 Ausstellern (81 im Vorjahr) vertreten. Das ist eine neue Rekordbeteiligung, teilte Sachsen-Anhalts Landwirtschaftsminister Hermann Onko Aeikens (CDU) am Freitag mit. Die hiesigen Unternehmen werden wie bisher in der Halle 23b präsent sein. Allerdings hat die Agrarmarketinggesellschaft Sachsen-Anhalt (AMG) für 200 000 Euro ein neues Standkonzept entwickelt. „Heller und moderner wird die Gestaltung sein“, sagt AMG-Geschäftsführer Thomas Lange. Die klassischen Messekabinen mit der Öffnung nur nach vorn werde es nicht mehr geben. Stattdessen haben die Stände nur noch Rückwände, an den Seiten bleiben sie offen - höchstens durch Regale begrenzt. „Dadurch soll es viel übersichtlicher und luftiger in der Halle werden“, sagt Lange.

Auf der Messe werden die hiesigen Aussteller 60 Neuheiten präsentieren. Beispielsweise stellt Argenta aus Weißenfels neue Eierlikör-Schokoeier und Leha aus Laucha (beide Burgenlandkreis) eine vegane Mayonnaise vor. Besucher können aber auch Biere von acht größeren und kleineren Brauereien verkosten. „Das Thema Regionalität rückt immer mehr in den Vordergrund“, sagt Minister Aeikens.

Die Debatten um Ernährungsstandards und Tierschutz haben die Grüne Woche verändert - das zeigt sich auch im Jahr ihres 90. Jubiläums. Die Kunden wollten die Herkunft nachvollziehen, weniger austauschbare Massenware, sagt ein Messesprecher. Auf diesen Zug sprängen auch ausländische Aussteller auf. „Bio zieht auch immer“, heißt es. Aus Sachsen-Anhalt werden 22 landwirtschaftliche Direktvermarkter ihre Produkte präsentieren. „Viele Landwirte verkaufen ihre Waren auch direkt an den Endkunden“, sagt Christian Apprecht, Hauptgeschäftsführer des Landesbauernverbandes.

Mit rund 1 600 Ausstellern aus mehr als 60 Ländern und rund 400 000 Besuchern ist die Grüne Woche die größte Agrar- und Ernährungsmesse der Welt. Einen größeren Rückschlag gibt es 2016 allerdings: Erstmals seit Jahren hat Russland keine offizielle Messe-Beteiligung. Dabei hatte das Land zuletzt die größte ausländische Vertretung mit einer eigenen Halle. Bereits im vergangenen Jahr hatte es Sorgen gegeben, dass die Russen fernbleiben könnten, nachdem die EU infolge der Krim-Annexion Handelsschranken aufgebaut und Moskau mit einem Einfuhrstopp für Agrarprodukte reagiert hatte. Offiziell kennen die Veranstalter aber die Gründe für das Fernbleiben der Russen nicht. „Sie haben sich schlicht und einfach nicht angemeldet“, heißt es bei der Messe. (mz)