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Konjunktur: Mini-Wachstum der Wirtschaft erfreut Minister Rösler

Uhr | Aktualisiert 16.01.2013 22:34 Uhr
Was vielen wie ein Ende der schöne Zeiten mit einem starken Aufschwung erscheinen mag, ist für Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) nur eine Delle. (FOTO: DPA) 
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Seinen Optimismus lässt sich Wirtschaftsminister Phi-lipp Rösler (FDP) nicht nehmen. Zwar hat die Bundesregierung ihre Erwartung für das laufende Jahr deutlich gestutzt und geht jetzt von einem Wachstum von 0,4 Prozent statt 1,0 Prozent aus.
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Berlin/MZ. 

Doch der Ausblick sei "absolut positiv", erklärt Rösler. "Es gibt allen Grund zur Zuversicht. Deutschland wird auch 2013 Vorreiter bei Wirtschaft und Arbeitsmarkt in Europa sein."

Was vielen wie ein Ende der schöne Zeiten mit einem starken Aufschwung erscheinen mag, ist für Rösler nur eine Delle. Von einer "Schwächephase" spricht er, die schon bald überwunden sein werde. Schlecht ist die Wirtschaft im vierten Quartal 2012 gelaufen. Das drückt das Ausgangsniveau für die Konjunktur und belastet damit nach das ganze Jahr 2013.

Mit diesem Effekt vor allem erklärt die Bundesregierung das deutlich niedrigere Wachstum. Ohne diese Belastung hätte sich eine Rate von 1,3 Prozent ergeben, heißt es im Jahreswirtschaftsbericht. Und für 2014 sagt der bereits wieder eine Steigerung des Bruttoinlandsproduktes von 1,6 Prozent voraus.

Schönfärberei lässt sich der schwarz-gelben Bundesregierung dennoch kaum vorwerfen. Die meisten Institute und Banken trauen der deutschen Konjunktur vor allem auf kurze Sicht deutlich mehr Kraft zu und gehen von einem Wachstum bis zu 0,9 Prozent aus.

Die derzeitigen Probleme führt Rösler auf die Unsicherheiten durch die lahmende Weltwirtschaft und durch die Euro-Krise zurück. Aus diesem Grund schöben viele Unternehmen Investitionen vor sich her, die sie bei einer Entspannung der Stimmungslage nachholen würden. Daher werde eine anziehende Inlandsnachfrage die Konjunktur wieder in Schwung bringen.

Als großen Erfolg wertet Rösler die Entwicklung am Arbeitsmarkt. Mit 41,6 Millionen erwerbstätigen Personen habe die Bundesrepublik 2012 einen weiteren Beschäftigungsrekord aufgestellt. Seit 2005 sei die Arbeitslosenzahl um über zwei Millionen zurück gegangen, betont der Vize-Kanzler. Und er tritt der Kritik etwa der Gewerkschaften entgegen, dass vor allem die prekäre Beschäftigung gewachsen sei. Die neuen Stellen seien laut Angaben des Statistischen Bundesamtes überwiegend "unbefristete Normalarbeitsverhältnisse". Und selbst in diesem Jahr werde die Erwerbstätigkeit trotz der geringeren konjunkturellen Dynamik noch zulegen, wenn auch nur ganz leicht um 15 000 Personen. Dennoch rechnet die Regierung erstmals seit 2009 wieder mit einem leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit um 60 000, da mehr Menschen ins Berufsleben drängen. Als wichtigstes Ziel für die Wirtschaftspolitik nannte Rösler das Bemühen, die Haushaltskonsolidierung voranzutreiben.