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IHK-Umfrage: Ein neuer wirtschaftlicher Aufschwung?

Uhr | Aktualisiert 24.01.2013 09:10 Uhr

IHK sieht erste Signale für Besserung 2013. (FOTO: DPA)

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Das laufende Jahr könnte für die Wirtschaft im Süden Sachsen-Anhalts besser werden als das vergangene. Zu dieser Aussage gelangt die Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau (IHK) im Ergebnis ihrer jüngsten Konjunkturumfrage.
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Halle (Saale)/MZ. 

"Die gegenwärtige Entwicklung ist zwar weiter abwärts gerichtet. Aber es gibt erste Anzeichen, dass der Abschwung ausklingen könnte", sagte Christof Wockenfuß, Leiter Standortpolitik bei der IHK.

Aus der im vierten Quartal durchgeführten Umfrage unter den Mitgliedsunternehmen ergibt sich laut Wockenfuß ein "interessantes Stimmungsbild". Während die Geschäftslage weiter überwiegend positiv bewertet wird, sind die Geschäftserwartungen zwar auf das Niveau des Vorjahres gefallen, allerdings hat sich der Abwärtstrend verlangsamt. "Legt man beide über einen längeren Zeitraum geführten Kurven übereinander, so ist aktuell eine Annäherung zu beobachten", erläutert Wockenfuß. Und dies sei immer dann der Fall, wenn die konjunkturelle Entwicklung nach oben gehe. "Eine Garantie dafür gibt es nicht", schränkte er ein. Allerdings habe sich das Stimmungsbild der Unternehmerschaft in der Vergangenheit als Gradmesser bewährt. Die einzigen Wermutstropfen gegenwärtig seien geringere Auftragseingänge in der Industrie sowie eher verhaltene Beschäftigungspläne.

Der Industrie fehlen demnach derzeit starke Impulse. Dennoch hat sich das Geschäftsklima, das aus den Bewertungen von Lage und Erwartungen ermittelt wird, auf einem klar positiven Niveau stabilisiert. Hoffnung geben hier vor allem die Investitionsabsichten und positive Erwartungen an das Auslandsgeschäft.

Eine Hochkonjunktur wie zuletzt Mitte der 90er Jahre erlebt das Baugewerbe, das angesichts niedriger Zinsen und unverändert großer Inflationsängste von einer "Flucht in Sachwerte" profitiert. Im Dienstleistungsgewerbe, das lange für Stabilität gesorgt hat, sind dagegen erste deutliche Stimmungseintrübungen zu spüren. Auch im Handel hat sich das Geschäftsklima verschlechtert. Besonders leidet der Kfz-Handel unter geringer Nachfrage. Stabilisiert zeigt sich dagegen das Verkehrsgewerbe.

Als eines der größten Konjunkturrisiken bezeichnete IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Brockmeier die rasant gestiegenen Energiekosten, die maßgeblich durch politische Fehlleistungen verursacht seien. Neben den bundespolitisch zu verantwortenden Entscheidungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) tue sich Sachsen-Anhalt als "Streber" bei Wind- und Solarenergie hervor, mit unübersehbar negativen Folgen für die Stabilität der Netze.

"Wir leben im Versuchslabor der Energiewende", kritisierte Brockmeier und forderte, "endlich die wirtschaftlichen Aspekte der Energiewende" zu betrachten. Das heiße, "runter mit den politischen Kosten, Hände weg von immer neuen Ausbauzielen bei den erneuerbaren Energien". Das EEG müsse vom Kopf auf die Füße gestellt werden.

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