Der Frauenanteil in Aufsichtsräten und Vorständen deutscher Unternehmen verharrt auf niedrigem Niveau. Das Ergebnis des jüngsten Managerinnen-Barometers, mit dem das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) jährlich den Frauenanteil der Führungsgremien deutscher Unternehmen abbildet, unterscheidet sich nur um wenige Prozentpunkte von den Bestandsaufnahmen vergangener Jahre. So stieg der Frauenanteil in den Vorständen der 200 umsatzstärksten deutschen Unternehmen 2012 auf vier Prozent, ein Prozent mehr als 2011.
Öffentlicher Druck scheint dagegen eine dynamischere Entwicklung zu begünstigen. Eine solche stellte das DIW für die Dax-30-Unternehmen fest. Hier stieg der Frauenanteil in den Vorständen von 3,7 auf 7,8 Prozent. Das DIW nannte als Grund, dass die Dax-30-Unternehmen stärker im Focus der Öffentlichkeit stehen.
Auch politischer Druck zahlt sich aus. Die EU-Kommission erstellte 2012 eine Übersicht über die Entwicklung der Frauenanteile in den Aufsichtsräten europäischer Länder von 2004 bis 2012 und setzte sie ins Verhältnis zu den ergriffenen politischen Maßnahmen. Dabei stellte sie fest, das der Frauenanteil in den Staaten mit gesetzlicher Frauenquote durchschnittlich um zwölf Prozentpunkte stieg, in Ländern ohne gesetzliche Quote durchschnittlich nur um einen Prozentpunkt.