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Getränkekonzern: Bei Coca Cola brodelt es

Uhr | Aktualisiert 21.01.2013 20:27 Uhr

Über Jahre haben Coca-Cola-Mitarbeiter Lohnverzicht geübt. (ARCHIVFOTO: AP)

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Bei Coca-Cola brodelt es: Rund 600 Beschäftigte des Brause-Konzerns gingen am Montag bundesweit auf die Straße, um für höhere Löhne zu demonstrieren. Das große Werk in Halle mit insgesamt 150 Mitarbeitern in der Produktion war dabei noch nicht in den Arbeitskampf einbezogen.
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Berlin/Halle (Saale)/MZ. 

Bei Coca-Cola brodelt es: Rund 600 Beschäftigte des Brause-Konzerns gingen am Montag bundesweit auf die Straße, um für höhere Löhne zu demonstrieren. Sie führten dabei Transparente mit der Aufschrift "Wir wollen einen kräftigeren Schluck aus der Pulle" mit sich. Das große Werk in Halle mit insgesamt 150 Mitarbeitern in der Produktion war dabei noch nicht in den Arbeitskampf einbezogen. Die Warnstreiks sollen am Dienstag fortgesetzt werden.

Die Arbeitnehmer sind unzufrieden über das bisherige Angebot des Konzerns, die Löhne um lediglich 2,5 Prozent anzuheben. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) fordert eine Anhebung der Löhne und Gehälter um sechs Prozent.

Bis zur nächsten Tarifverhandlung, die für den 30. Januar geplant ist, sollen Warnstreiks an allen fast 50 deutschen Coca-Cola-Standorten stattfinden. Insgesamt beschäftigt der Konzern in Deutschland mehr als 10 000 Mitarbeiter - davon fast zehn Prozent in Berlin, wo Coca-Cola auch seine Deutschland-Zentrale hat.

"Angesichts eines positiven Geschäftsergebnisses und der Zurückhaltung der Beschäftigten in den letzten Jahren sind unsere Forderungen absolut angemessen", sagte der stellvertretende NGG-Vorsitzende Claus-Harald Güster. Bisher habe Coca-Cola nur ein völlig unzureichendes Angebot vorgelegt und sogar mit Arbeitsplatzabbau gedroht. Darüber hinaus lehnt die Gewerkschaft auch die Pläne des Konzerns ab, die Arbeitszeiten weiter zu flexibilisieren. So will Coca-Cola die Beschäftigten häufiger am Sonnabend arbeiten lassen: "Unser Geschäft ist stark von der Saison und vom Wetter abhängig. Deshalb wollen wir den Einsatz der Beschäftigten künftig flexibler handhaben und dazu gehört auch Samstagsarbeit", sagte Konzernsprecherin Stefanie Effner.

Zum Jahresende 2012 hatte Coca-Cola einen Beschäftigungssicherungstarifvertrag gekündigt, der die Arbeitnehmer vor Entlassungen schützte. Im Gegenzug hatten die Beschäftigten weitgehend auf Lohnerhöhungen verzichtet. Diese wollen sie nun nachholen - deshalb die hohe Forderung der Gewerkschaft.

Der Konzern argumentiert dagegen, er habe der Arbeitnehmerseite ein sehr gutes Angebot für einen neuen Tarifvertrag unterbreitet. Neben 2,5 Prozent mehr Lohn sofort und weiteren zwei Prozent ab 2014 biete Coca-Cola den Beschäftigten eine Sonderzahlung abhängig vom wirtschaftlichen Erfolg sowie die garantierte Übernahme von Auszubildenden für ein Jahr an.

Die Coca-Cola Erfrischungsgetränke AG ist mit einem Absatz von mehr als 3,7 Milliarden Litern das größte deutsche Getränke-Unternehmen. 24 Getränkefabriken füllen die Produkte ab.

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