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General Motors: Der nächste Riese im Carsharing-Geschäft

Kurzzeitauto: Immer mehr Menschen nutzen Carsharing

Kurzzeitauto: Immer mehr Menschen nutzen Carsharing

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dpa

BMW macht’s, Daimler ebenfalls. Und demnächst auch die Opel-Mutter General Motors (GM): Carsharing. Der US-Autobauer will in den USA mit der Marke Maven in das Geschäft mit der Kurzzeitmiete von Autos einsteigen. Doch dahinter steckt viel mehr. Es geht um neue Konzepte für den Individualverkehr, zu denen auch autonomes Fahren und Elektromobilität gehören.

Die Zukunft könnte so aussehen: Der Stadtbewohner bestellt sich mit seinem Smartphone ein Auto für die Fahrt zum Flughafen. Der Wagen fährt fahrerlos auf die Minute genau dem Hauseingang vor. Der Stadtbewohner öffnet und startet den Wagen mit dem Smartphone. Er kann sich dann vielleicht noch überlegen, ob er selbst fahren oder sich fahren lassen will. In jedem Fall hält das Auto direkt am Airport-Eingang. Ist der Fahrer/Passagier mit seinem Gepäck ausgestiegen, rauscht der Wagen weg und sucht sich mittels Bordcomputer einen Parkplatz. Noch ist es längst nicht so weit. Aber es gibt schon viele Angebote, die in diese Richtung gehen.

Weniger Interesse an eigenem Pkw

BMW und Daimler haben mit ihren Carsharing-Konzepten Drive Now und Car2Go in vielen deutschen Städten mehrere hunderttausend Kunden gefunden, die Autos nur noch gegen eine Gebühr nutzen und nicht mehr besitzen. Auch GM-Top-Manager Dan Ammann sieht „Veränderungen im Verhalten der Konsumenten“. Das biete Chancen und GM wolle sie nutzen. Viele Studien weisen nach, dass junge Großstadtbewohner immer weniger Interesse am eigenen Pkw haben, dass sie den Wagen als Last empfinden, allein schon weil es an Parkplätzen mangelt. Deshalb wächst die Gemeinde der Carsharing-Kunden stetig. Car2Go hat in 29 Städten eine Millionen Nutzer. Bei Drive Now sind es 580000 Frauen und Männer in neun Metropolen. GM-Managerin Julia Steyn erwartet für das Jahr 2020 weltweit mehr insgesamt 25 Millionen Kunden, die neue Mobilitätskonzepte nutzen, derzeit seien es sechs Millionen. Maven soll demnächst in den US-Städten New York, Chicago und Ann Arbor die Pkw-Kurzzeitmiete für sechs Dollar die Stunde offerieren.

Elektroautos ideal für Carsharing

Ein zweiter Entwicklungsstrang geht über Fahrdienste wie Uber, die dem Taxi-Geschäft verwandt sind und mittels einer Smartphone-App organisiert werden. GM ist kürzlich beim Uber-Rivalen Lyft für 500 Millionen eingestiegen. Viele Experten rechnen damit, dass die Fahrdienste und Carsharing zusammenwachsen, wenn sich das autonome Fahren durchsetzt - in zehn Jahren könnte es nach Ansicht von Experten so weit sein. Dass dabei Elektroautos immer stärker zum Einsatz kommen werden, ist unter Managern und Wissenschaftlern unumstritten. Der Grund: Die Stromer sind zwar flott, aber mit begrenzter Reichweite unterwegs und deshalb ideal für die typischen Carsharing-Kurzstrecken in der Stadt. Vor allem fahren sie abgasfrei und können damit für bessere Luft in den Metropolen sorgen. Daimler setzt zunehmend mehr E-Smarts ein. Das BMW-Pendant i3 wird mit wachsender Stückzahl in die Drive-Now-Flotte integriert. GM will laut Finanzdienst Bloomberg für Maven unter anderem den Chevrolet Volt, ein Hybridauto mit Elektro- und Verbrennungshilfsmotor, in Dienst stelle.

Ob die deutsche GM-Tochter Opel auch bei Maven mitmacht, ist noch nicht klar. Bislang betreibt Opel hierzulande in Frankfurt und Berlin ein sogenanntes Peer-to-Peer Carsharing namens Car Unity mit insgesamt 10000 Nutzern: Autobesitzer vermieten ihre Fahrzeuge an Leute, die einen Pkw brauchen. Car Unity sei schon jetzt ein integrativer Bestandteil der alternativen Mobilitätskonzepte des Konzerns, erläutert ein Opel-Sprecher.

Carsharing - am besten mit autonomen Batterie-Autos – gilt jedenfalls unter Umweltschützern als ein Eckpfeiler einer effizienteren Mobilität in Großstädten, sofern die Nutzung der Autos intelligent mit besseren Angeboten im Öffentlichen Nahverkehr und mit mehr Fahrradverkehr verknüpft wird. Dies kann nach Berechnungen des renommierten Öko-Instituts die Treibhausgasemissionen des Verkehrssektors merklich reduzieren. Zugleich könnten 100000 neue Arbeitsplätze hierzulande entstehen.



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