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Freigabe verweigert: Steuerung des ICE 3 reagiert zu langsam

Uhr | Aktualisiert 25.11.2012 20:47 Uhr

Siemens hat Probleme mit der Steuerung des ICE 3. (FOTO: DPA)

Die Lieferprobleme des Siemens-Konzerns bei den neuen ICE-Zügen gehen nach einem "Spiegel"-Bericht auf Probleme bei der Software für die Steuerung der Bremsen zurück.
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Berlin/dpa/rtr. 

Das Kommando zum Anhalten des ICE-Zuges irre etwa eine Sekunde lang durch den Rechner, bevor es umgesetzt werde, berichtet das Nachrichtenmagazin. Bei einer Geschwindigkeit von 250 Kilometern pro Stunde komme der Zug bei einer Vollbremsung deshalb erst rund 70 Meter später zum Stehen. Trotzdem habe Siemens die Zulassung des ICE 3 angestrebt. Doch nachdem sich ein Gutachter sperrte, habe das Eisenbahn-Bundesamt die Freigabe verweigert.

Wie lange Siemens brauchen wird, um das Problem zu beheben, sei ungewiss. Der Hersteller kämpfe schon länger mit der Software des neuen ICE. Sie müsse kompatibel sein mit verschiedenen Signalsystemen europäischer Länder, in denen der Zug verkehre.

Noch keine neuer Termin

Siemens hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass acht neue ICE 3 des Typs Velaro nicht wie geplant von Dezember an eingesetzt werden können. Die ersten ICE-Züge dürften nun nach Einschätzung der Bahn frühestens in zwei Monaten einsatzbereit sein. Siemens nannte keine Auslieferungstermine.

Das Fehlen der Züge könnte sich für die Bahn bemerkbar machen, wenn sie Zugausfälle im Winter ausgleichen muss. Dann hat sie nur wenige Reservezüge. Die Bahn hat nun auch weniger Möglichkeiten, etwa im Weihnachtsverkehr Sonderzüge zur Verstärkung einzusetzen. Das bedeutet unterm Strich volle Züge an Tagen mit vielen Reisenden.

Regionalzüge kommen später

Unterdessen kämpft die Bahn nun auch mit Lieferproblemen bei Regionalzügen. Eine Bahn-Sprecherin sagte am Sonntag, die beim Hersteller Bombardier bestellten Züge könnte nicht wie geplant mit dem Winterfahrplan am 9. Dezember in Hessen eingesetzt werden. Ein neuer Termin stehe noch nicht fest. Hintergrund sind offenbar Schwierigkeiten bei der Zulassung von 22 Züge des Typs Talent 2 durch das Eisenbahn-Bundesamt.

Insgesamt hat die Deutsche Bahn bei Bombardier 320 Regionalzüge im Wert von rund einer Milliarde Euro bestellt. 119 Züge sind inzwischen im Einsatz.

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