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Mitteldeutsche Zeitung | Gender Pay Gap: Mehrheit glaubt nicht an Gehaltsunterschiede zwischen Mann und Frau
11. February 2016
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Gender Pay Gap: Mehrheit glaubt nicht an Gehaltsunterschiede zwischen Mann und Frau

Gesetze für mehr Lohngerechtigkeit, eine Neugestaltung der Firmenpolitik von Unternehmen und generell mehr Transparenz beim Thema Gehalt gehören länderübergreifend zu den wichtigsten Maßnahmen gegen die ungleiche Bezahlung von Frau und Mann.

Gesetze für mehr Lohngerechtigkeit, eine Neugestaltung der Firmenpolitik von Unternehmen und generell mehr Transparenz beim Thema Gehalt gehören länderübergreifend zu den wichtigsten Maßnahmen gegen die ungleiche Bezahlung von Frau und Mann.

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imago/Ralph Peters

Obwohl offenkundig Lohnunterschiede bestehen zwischen Männern und Frauen, glaubt die Mehrheit der Arbeitnehmer, dass es an ihrem Arbeitsplatz keinen Gender Pay Gap gibt. Das zeigt die Karriere-Plattform Glassdoor mit einer neuen Studie: Darin wurden die Wahrnehmung und die Einstellung zur Gehaltskluft zwischen Frau und Mann untersucht. Der Bericht basiert auf einer Umfrage in Deutschland und in sechs weiteren westlichen Ländern (Frankreich, Großbritannien, Kanada, Niederlande, USA und Schweiz).

Das sind die wichtigsten Erkenntnisse aus Deutschland:

• Die Mehrheit der Deutschen glaubt nicht an den Gender Pay Gap: Obwohl Frauen selbst bei gleicher Qualifikation und Tätigkeit 7 Prozent weniger verdienen als Männer, glauben 7 von 10 Deutschen, dass bei ihrem Arbeitgeber keine Gehaltskluft besteht.

• Die Lohngerechtigkeit zwischen Frau und Mann beeinflusst das Bewerberverhalten: 69 Prozent der deutschen Arbeitnehmerinnen würden sich nicht bei einem Unternehmen bewerben, bei dem sie einen Gender Pay Gap vermuten. Bei den männlichen Arbeitnehmern sind es immerhin noch 51 Prozent.

• Eine überwältigende Mehrheit der Deutschen ist für gleiche Bezahlung: 90 Prozent der Deutschen finden, dass Männer und Frauen gleich entlohnt werden sollten.

• Wie die Gehaltskluft bekämpft werden kann: Länderübergreifend wird mehr Gehaltstransparenz gefordert. Zudem befürwortet fast jeder zweite Deutsche ein Eingreifen des Gesetzgebers.

Studien legen übrigens nah, dass mit dem Ende des Gender Pay Gap erst in 81 Jahren zu rechnen ist. Dabei findet Glassdoor zufolge die Forderung nach Lohngerechtigkeit in allen untersuchten Ländern großen Zuspruch. International herrsche Konsens darüber, dass die besten Maßnahmen zur Bekämpfung des Gender Pay Gap gesetzliche Regulierung, Neuerungen hinsichtlich der Firmenpolitik von Unternehmen beim Thema Vergütung sowie generell mehr Gehaltstransparenz auf allen Ebenen sind.

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Die Studie wurde vom Marktforschungsinstitut Harris Poll im Auftrag von Glassdoor durchgeführt. In Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Kanada, den Niederlanden, der Schweiz und den USA wurden zwischen dem 1. und 5. Oktober 2015 insgesamt 8254 Teilnehmer ab 18 Jahren befragt. Berücksichtigt wurden nur Erwachsene, die einer Vollzeit- oder Teilzeitbeschäftigung nachgehen.

Bearbeitung: gs