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Börse: Kurs-Feuerwerk an Wall Street nach Fed-Beschlüssen

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Fed-Chef Ben Bernanke greift wieder einmal in den Geldmarkt ein. (FOTO: DPA)

Die US-Notenbank hat am Donnerstag mit Beschlüssen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit die Kurse an der Wall Street in die Höhe schießen lassen. Der führende Dow-Jones-Index schloss mit dem höchsten Stand seit Dezember 2007, dem Beginn der Großen Rezession.
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Washington/dapd. 

Die US-Notenbank hat am Donnerstag mit Beschlüssen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit die Kurse an der Wall Street in die Höhe schießen lassen. Der führende Dow-Jones-Index schloss mit dem höchsten Stand seit Dezember 2007, dem Beginn der Großen Rezession: Mehr als 200 Punkte legte der Leitindex zu und erreichte 13.540 Zähler. „Die Idee ist, die Erholung zu beschleunigen“, sagte Fed-Chef Ben Bernanke. Die Arbeitslosigkeit bleibe „weiterhin eine ernste Sorge“.

Die Federal Reserve (Fed) hatte zuvor angekündigt, sie wolle die US-Konjunktur mit Anleihekäufen von monatlich mehr als 40 Milliarden Dollar (31 Milliarden Euro) und der Beibehaltung des Zinstiefs nahe um null Prozent ankurbeln. Eine Sprecherin des Herausforderers von Präsident Barack Obama bei der Präsidentenwahl in weniger als acht Wochen, Mitt Romney, sagte, die Maßnahmen der Notenbank seien „eine weitere Bestätigung, dass Obamas Politik nicht funktioniert hat“.

Bernanke sagte: „Wir wollen eine nachhaltige Verbesserung am Arbeitsmarkt. Wir haben keine bestimmte Zahl im Kopf. Aber die, die wir die letzen sechs Monate gesehen haben, ist es nicht.“

Der Kauf hypothekarisch gesicherter Wertpapiere solle so lange fortgesetzt werden, bis die Arbeitslosigkeit substanziell zurückgehe, teilte die Fed mit. In einem neuen Ausblick der Notenbank hieß es, die Arbeitslosigkeit werde in diesem Jahr wohl nicht mehr unter acht Prozent sinken. Die Fed-Maßnahmen kommen nur wenige Tage nach der Ankündigung der Europäischen Zentralbank (EZB), unbegrenzt Staatsanleihen aufzukaufen, um hochverschuldeten Ländern zu helfen, ihr Defizit in den Griff zu bekommen.

Zwtl.: Kaufen, bis es besser wird

„Wenn der Ausblick für den Arbeitsmarkt sich nicht wesentlich verbessert, wird das Komitee seine Käufe von hypothekarisch gesicherten Wertpapieren fortsetzen, zusätzliche Käufe tätigen und andere Werkzeuge anwenden, bis eine solche Verbesserung im Kontext der Preisstabilität eintritt“, erklärte die Notenbank. Zugleich kündigte das Institut an, die Zinsen für kurzfristige Kredite bis Mitte 2015 auf dem gegenwärtigen Rekordtief zu belassen.

Mit den Anleihekäufen sollen die Zinsen langfristig niedrig gehalten werden und die Kreditaufnahmen und Investitionen angekurbelt werden. Bernanke hatte in einer Rede im vergangenen Monat darauf hingewiesen, dass die sogenannte quantitative Lockerung und andere unorthodoxe Maßnahmen der Zentralbank die Kreditkosten abgefedert und die Aktienkurse in die Höhe getrieben hätten. Bei der am Donnerstag angekündigten Maßnahme handelt es sich bereits um die dritte Runde von Anleihekäufen.

Zwtl: Staatsdefizit das vierte Jahr in Folge über eine Billion Dollar

Das US-Haushaltsdefizit hat im August um 191 Milliarden Dollar (147 Milliarden Euro) zugenommen und verharrt damit seit vier Jahren ununterbrochen über der Marke von einer Billion Dollar. Das US-Finanzministerium teilte mit, der Fehlbetrag habe in den ersten elf Monaten des am 30. September endenden Haushaltsjahres bei 1,16 Billionen Dollar gelegen - sechs Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Mitteilung bestätigte, dass Obama es in jedem Jahr seiner Amtszeit mit einem Billionen-Defizit zu tun hatte. Romney wirft ihm vor, nicht genug gegen das Defizit unternommen zu haben.