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Arbeitgeberpräsident Kramer: Wirtschaft will Flüchtlinge schneller in Jobs bringen

Arbeitgeber-Präsident Ingo Kramer.

Arbeitgeber-Präsident Ingo Kramer.

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dpa

Berlin -

Vor einem Spitzentreffen von Bund und Ländern zur Flüchtlingspolitik fordern die Wirtschaft und die Gewerkschaften unisono, den Zugang von Flüchtlingen zum deutschen Arbeitsmarkt deutlich zu erleichtern. Der Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB), Christian Amsinck, sagte der Berliner Zeitung, in Berlin und Brandenburg gebe es viele Unternehmen, die dringend Nachwuchskräfte für die betriebliche Ausbildung suchen.

„In der Gastronomie, in der Hotellerie, im Handel, in der Pflege und in der Baubranche gibt es ein großes Potenzial, vor allem in Brandenburg.“ Fachkräfte hätten in Berlins Wachstumsbranchen ohnehin eine gute Perspektive, beispielsweise im Tourismus und im Handel.

Amsinck verlangte mehr Tempo bei den Asylverfahren, damit die Zuwanderer im Fall ihrer Anerkennung schnell ihr eigenes Geld verdienen könnten. Für Sprach- und Integrationskurse müsse der Bund deutlich mehr Geld in die Hand nehmen.
„Wenn Flüchtlinge möglichst früh arbeiten können, ist das gut – für die Menschen, die zu uns kommen, für die Wirtschaft, die Sozialversicherungskassen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt“, sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach. „Was junge geduldete Flüchtlinge brauchen, ist ein von den Eltern unabhängiger sicherer Aufenthalt für die Zeit der beruflichen Ausbildung und die anschließende Arbeitssuche.“

"Ohne Sorge vor Abschiebung“

Der Zugang zum Jobmarkt ist ein zentrales Thema einer Ministerpräsidentenkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag in Berlin.

Nach Auffassung von Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer ist es im Interesse aller, alles zu tun, damit sich Flüchtlinge „zügig in den Arbeitsmarkt integrieren können“. Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags, Eric Schweitzer, forderte, „dass Asylbewerber mit Bleibeperspektive und Geduldete, die hier eine Ausbildung beginnen, diese auch abschließen dürfen ohne Sorge vor Abschiebung“. Das sollte auch für eine Anschlussbeschäftigung gelten.

Grünen-Chef Cem Özdemir sagte, Kramer und Schweitzer forderten nicht zum ersten Mal, Asylbewerber und Einwanderer schneller auf den Arbeitsmarkt zu lassen. „Dass sie damit bei der Union auf taube Ohren stoßen, zeigt auch, wie weit die Unionsparteien von einer modernen Wirtschaftspartei entfernt sind“, betonte er in der Berliner Zeitung. „Es ist nicht zu verstehen, warum sich die Union einer Maßnahme entgegenstellt, von der alle profitieren würden: Die deutsche Wirtschaft von qualifizierten Arbeitskräften, die Asylbewerber, die ihrem Leben Normalität und Eigenständigkeit zurückgeben können, wir alle von einer schnelleren Integration.“