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Weißenfels: Sechs Brände in sechs Wochen

Uhr | Aktualisiert 02.01.2013 21:26 Uhr
Der Schriftzug Feuerwehr auf einem Löschwagen  (BILD: MZ/Symbol)
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Bislang sind keine Menschen zu Schaden gekommen. Sechs Mal wenigstens hat es in den sechs Wochen seit Ende November in der Kubastraße und benachbarten Straße gebrannt.
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Weissenfels/MZ. 

Bislang sind keine Menschen zu Schaden gekommen. Aber es könnte nach Meinung von Bewohnern in der Weißenfelser Kubastraße nur eine Frage der Zeit sein, bis auch so etwas geschieht. Sechs Mal wenigstens hat es in den sechs Wochen seit Ende November in der Kubastraße und benachbarten Straße gebrannt, zuletzt am 29. Dezember gegen 17.30 Uhr in der dritten Etage der Kubastraße 10. Am 31. Dezember gegen 22.45 Uhr gab es den nächsten Brand, diesmal waren es Mülltonnen an dem Haus, die in Flammen standen. Der Weißenfelser Ortswehrleiter Steve Homberg rechnet zu den Bränden in derselben Serie auch noch einen Laubenbrand am vergangenen Sonnabend in der nahe gelegenen Gutenbergstraße hinzu.

Die Menschen in den umliegenden Häusern glauben zu wissen, wer die Brände legt. Auch die Polizei ist sich ziemlich sicher, dass ein 52 Jahre alter Mann, der schon die Hälfte seines Lebens mit dem Gesetz auf Kriegsfuß gestanden hat, verantwortlich ist. "Aber die Beweise reichen bisher nicht aus", sagt Jörg Bethmann, Pressesprecher des Polizeireviers Burgenlandkreis, auf Nachfrage der MZ. Wie schon bei Bränden zuvor hatte die Polizei auch am letzten Sonnabend den Mann zur Vernehmung mitgenommen. "Aber er hat jedes Mal plausible Erklärungen für seine Anwesenheit in dem Haus oder an anderen Brandorten", so Bethmann.

Bereits zweimal habe die Feuerwehr eben diesen Mann auch schon im Zusammenhang mit den Bränden aus verqualmten Räumen geholt, sagt Homberg. Zwar habe bisher keine akute Gefahr für Menschen bestanden, aber auch er sieht da Probleme. Zumal: "Die Feuerwehrleute werden jedes Mal gefährdet bei ihren Einsätzen", so Homberg. Am vorigen Sonnabend hat es bei den Löscharbeiten in der Wohnung in der Kubastraße zudem ein paar Mal geknallt. "Die Kameraden glaubten zuerst, es handelte sich um Silvesterknaller, die hochgegangen sind", sagt der Feuerwehrmann. Aber später habe sich herausgestellt, dass es sich um Platzpatronen gehandelt habe, die in der Wohnung lagerten, was auf Anfrage der MZ auch die Polizei bestätigt. "Gegen den Bewohner läuft jetzt ein Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz", sagt Bethmann. Der betreffende Wohnungsinhaber war zur Brandzeit nicht anwesend, er soll gerade eine Gefängnisstrafe absitzen.

Auf jeden Fall beobachten die Bewohner der Kubastraße derzeit alle Vorgänge in ihrer Wohngegend sehr argwöhnisch. So auch Andreas Kahl. "Es ist Thema in der Kubastraße. Wir befinden uns in einer Art Lauerstellung", sagt der Mann. Er ist sich sicher, dass es wieder brennen wird. "Da kommt noch was", so der Anwohner, dessen Wohnung sich direkt gegenüber befindet. Er beschreibt den derzeitigen Zustand als katastrophal. "Es passiert ja nichts", sagt er mit Blick auf den Verdächtigen, der offensichtlich ungehindert immer wieder zündelt. Der Weißenfelser ist sich sicher, dass der Mann die Taten begeht. "Dort, wo er in seinem Leben gewohnt hat, hat es gebrannt", erzählt er.

Kahl berichtet auch über den traurigen Ruhm, den die Kubastraße jetzt genießt. "Täglich halten bis zu 15 Autos vor dem Haus an und fotografieren es." Die Anwohner habe sich mittlerweile als Schutzreaktion Galgenhumor zugelegt. "Brennt es wieder, haben wir schon scherzhaft überlegt, Grillwurst für die Schaulustigen zu verkaufen", sagt er.

Dadurch, dass die Nachbarn genau hinschauen und die Weißenfelser Feuerwehr auch hauptamtliche Kräfte hat, konnte bislang Schlimmeres verhindert werden, so Homberg. Ob das aber immer gelingt? fragen sich viele Menschen in dem Wohngebiet.

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