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Weißenfels: Entschuldigung für Weihnachtsbaum-Verwechslung

Uhr | Aktualisiert 27.11.2012 09:53 Uhr
Oberbürgermeister Robby Risch (rechts) lässt sich genau erklären, wie groß der persönliche Schaden für Werner Lir ist. (FOTO: STADT WEISSENFELS/A. FEY) 
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Die Geschichte vom verwechselten Weihnachtsbaum in Weißenfels geht weiter. Am Montag entschuldigte sich Oberbürgermeister Robby Risch (parteilos) erst einmal schriftlich und persönlich bei Werner Lir.
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WEISSENFELS/MZ. 

Die Geschichte vom verwechselten Weihnachtsbaum in Weißenfels geht weiter. Denn die Stadt steht nun vor der schwierigen Aufgabe der Wiedergutmachung dort, wo sie Schaden angerichtet hat. Am Montag entschuldigte sich Oberbürgermeister Robby Risch (parteilos) erst einmal schriftlich und persönlich bei Werner Lir, aus dessen Vorgarten die städtischen Grünflächenmitarbeiter am Donnerstag voriger Woche, als er nicht zu Hause war, eine stattliche Tanne geholt hatten.

Der Fälltrupp war in der Pestalozzistraße unterwegs, um einen der Nadelbäume zu holen, deren Schicksal als Weihnachtsbaum im adventlichen Stadtbild mit den Grundstückseigentümern abgesprochen war. Doch landeten die Stadtmitarbeiter am falschen Haus, einem, das zwar die richtige Hausnummer trug, doch zur abgehenden Gabelsberger Straße führte - und machten damit nicht einem Weihnachtsbaumspender Freude, sondern einem Hausbesitzer richtig Ärger. Der fiel fast um, als er die Kahlstelle sah, durch die sein Haus mit der Terrasse nun jedermann sichtbar ist.

Risch bedauerte den Vorfall und versicherte, für Ersatz zu sorgen. Und er sagte dazu: "Den Baum darf sich der zukünftige Besitzer selbst aussuchen."

"Das war wohl auch das Mindeste", äußerte der 68-jährigen Lir nach dem Besuch des OB. Er ist nun hin und her gerissen zwischen Schmerz und Trost. "Das hat richtig weh getan, als ich mir ,mein Kind' auf dem Schlosshof angesehen habe", sagt er. Doch will er wieder zu ihm kommen, wenn die Tanne sich im Festkleid zeigt. Sie ist ihm Erinnerung an seine bereits verstorbene Frau. Denn sie war es vor allem, die den Garten gepflegt hat.

Gemeinsam haben sie ihn sich nach ihren Vorstellungen angelegt, nachdem sie als dreiköpfige Familie 1985 in das Haus eingezogen waren. Sie freuten sich, dass alles gut wuchs. Lärm, Staub und Sichtschutz waren ihnen die Bäume. "Wenn ich jetzt auf der Terrasse sitze, ist der Blick zur Straße frei." Als Werner Lir das sagt, verrät sein Gesicht das unangenehme Gefühl. "Mein Hauskonzept ist vollkommen zerstört", beklagt er.

Deswegen auch besteht er darauf, dass die Wurzel des alten Baumes rauskommt und an genau der Stelle ihm wieder eine Tanne gesetzt wird - "und die muss so hoch wie möglich sein, mindestens sechs Meter, und breit wachsen, so wie die alte, die 25 Jahre stand". Im Internet habe er recherchiert, dass es sechs Meter hohe Bäume zu kaufen gibt.

So bald wie möglich soll nun der neue Baum gesetzt werden, das habe Risch gesagt. Es könnte schon die nächste Woche sein, auf alle Fälle vor Weihnachten, wenn das Wetter so mild bleibt, erwartet Lir, nachdem er auch schon mit Renate Schick, der "Grünchefin" der Stadt gesprochen hat. "Wenn der Schadenersatz so nach meinen Vorstellungen erfolgt, dann soll die Sache damit abgeschlossen sein", sagt er. Die Karten fürs Neujahrkonzert vom Bürgermeister sind ihm eine versöhnlich stimmende Geste.

Zu der Anzeige, die er bei der Polizei gestellt hat, muss die Polizei nun nicht weiter ermitteln. "Es liegt keine Straftat vor", sagt Polizeisprecher Jörg Bethmann. Die Anzeige nun einfach aus dem Computer löschen, geht aber nicht, erklärt er weiter. Nur die Staatsanwaltschaft kann entscheiden, was daraus wird. Um es der einfacher zu machen, will Lir nun bei der Polizei anrufen und davon informieren, wie die Sache nun steht.

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