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Weißenfels: Der Himmelszauberer des «Alten Brauhauses»

Uhr | Aktualisiert 30.12.2012 19:35 Uhr
Bereitet sorgfältig Feuerwerk für die heutige Silvesternacht vor dem «Alten Brauhaus» in Weißenfels vor: Himmelszauberer Jochen Schuba. (FOTO: PETER LISKER) 
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Er feiert am Silvesterabend wieder rein ins neue Jahr - mit seiner Frau Lydia, mit Freunden und Bekannten und er arbeitet auch. Zum inzwischen siebenten Mal zündet Jochen Schuba das Silvesterfeuerwerk für die Gäste des Weißenfelser Restaurants "Altes Brauhaus".
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weissenfels/MZ. 

Fünf Minuten nach Mitternacht geht es los, erklärt der Mann, der dann die Festrobe ganz schnell gegen einen Schutzanzug tauscht. Bevor er den Himmel zum Leuchten und Gesichter zum Strahlen bringt, sitzt der Weißenfelser schon Tage zuvor auf einem Berg voller Sprengstoff. "Das ist natürlich mächtig übertrieben", wehrt der er gelassen ab. Dabei ist der gelernte Werkzeugmacher nicht nur Experte, denn er hat einige Scheine als Pyrotechniker gemacht, sondern auch Perfektionist, wenn es um Feuerwerke und Lasershows samt Licht, Farben und Musik geht. "Ein solches Spektakel entsteht im Kopf, es erfordert Fantasie und die volle Konzentration, denn alles muss passen und stimmen", sagt Schuba und ist in seinem Element. Ein Feuerwerk sei auch nicht nur mit Händels gleichnamiger Musik verbunden, ebenso habe er schon Musical-Hits, Film- und sakrale Musik eingesetzt. Er brennt für die Spektakel, die alljährlich zum Schlossfest als Schlussakkord am letzten Sonntagabend im August Gänsehaut-Feeling auslösen. Und er geht auch zum Jahreswechsel für den bunten Zauber am Firmament durchs Feuer.

Diesmal will der Saalestädter, unterstützt von seiner Mitarbeiterin Susann Spuddig, "Neuheiten, die noch nicht im Handel sind", gen Himmel schicken. "Darauf haben wir uns lange vorbereitet", sagt der 59-jährige Handel- und Gewerbetreibende. Schließlich warte bereits eine Fangemeinde auf dem Brauhaus-Platz auf donnernde und leuchtende Überraschungen mit Spezialeffekten. Es gehe nicht ums Raketenzünden, sondern um Faszination, die er in Bildern umsetze - sozusagen auf den Punkt geschossen, nicht wie beim Sachsen-Anhalt-Tag 2010 elektronisch von mehreren Standorten aus, sondern zu Neujahr per Hand.

"Wer sich auf Feuerwerkskörper einlässt, trägt eine hohe Verantwortung, er darf keine Angst haben, er muss Respekt haben", sagt Schuba. Und das sei bei ihm der Fall. "Die meisten Leute kaufen Stabraketen und stecken sie zum Zünden auf eine leere Flasche, was grundfalsch ist, denn diese Flasche kann umfallen, das betrifft auch eine Sektflasche", meint der erfahrene Pyrotechniker, der seit Jahren mit Experten aus Sachsen und Berlin kooperiert, so auch beim 14. Landesfest vor zwei Jahren in Weißenfels. Schuba warnt zudem davor, Knallkörper in die Erde oder einen Blumenkasten zu stecken.

Er empfiehlt, vor dem Zünden einen Bierkasten mit zwei, drei Flaschen in der Mitte aufzustellen, um die Standfläche zu vergrößern und damit von vornherein Gefahr auszuschließen. "Kreuzgefährlich" sei es auch, Böller vom offenen Fenster aus zu zünden. Nicht einsetzen sollten Menschen Selbstgebautes und illegal eingeführte Feuerwerkskörper, unter anderem "La Bomba", aus Polen und Tschechien. "Dieses Teufelszeug ist lebensgefährlich und in Deutschland verboten", sagt der Vater von drei erwachsenen Kindern, der als Fachmann für Licht- und Tontechnik ein Musikgeschäft betreibt.

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