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Waller wartet am Bootshaus auf Beute

Uhr | Aktualisiert 23.12.2008 20:31 Uhr
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Angler beim Fischen

Im Oktober haben Angler den Aufzuchtteich Poserna abgefischt und die Jungtiere in andere Gewässer eingesetzt. (FOTO: UWE HAASE)

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Das Leben in der Saale bei Weißenfels und in umliegenden Gewässern wird artenreicher. Seit etwa zwölf Jahren stelle man fest, dass quasi nicht mehr vorhandene Fischarten im Fluss, seinen alten Nebenarmen und in Teichen und Bächen der Region wieder heimisch werden, erklärt Gerd Hauser, Vorsitzender des Kreisanglervereins Weißenfels.
WEISSENFELS/MZ. 

Dies liege vor allem daran, dass durch die Schließung zahlreicher Betriebe an der Saale und dem damit ausbleibenden Abwassereintrag der Salzgehalt im Fluss geringer geworden ist, erklärt Uwe Haase, der Naturschutzbeauftragte des Anglervereins. Weißfische wie Plötzen und Rotfedern, Karpfen, Hecht, Schleie und Zander seien in der Saale schon immer heimisch, erklärt der Fachmann. Doch auch Aal, Esche, Bachforelle, Barbe, Quappe, Zährte und Rapfen ziehe man wieder häufiger aus dem Fluss, so der erfahrene Angler. Dass es seit einiger Zeit sogar wieder Gründlinge, Stichlinge, Saugschmerlen und Flusskrebse in der Saale gibt, sei besonders erfreulich und ein Zeichen für die gute Wasserqualität und den Nährstoffreichtum, meint Haase. Und noch einer fühlt sich seit einiger Zeit in der Saale wieder heimisch - der Wels, auch Waller genannt.

Harry Grimm, Kreisjugendsportwart des Weißenfelser Anglervereins, weiß sogar von zwei Exemplaren und deren zum Beutefang bevorzugten Standorten zu berichten. So lebe unter der Weißenfelser Pfennigbrücke ein etwa 1,40 Meter großes Exemplar, am Bootshaus sogar ein rund 1,80 großes Tier.

Mit Hilfe von speziellen Echolotgeräten habe man die Existenz dieser bis zu zwei Meter lang und 80 Jahre alt werdenden Riesen nachgewiesen, betont der Petrijünger. Die drastische Zunahme des Wels-Bestandes in der Saale erklären sich die Fachleute damit, dass der Waller, sobald er eine Größe von

70 Zentimetern erreicht, keine natürlichen Feinde mehr hat. "Die Fische haben gut abgelaicht und finden offensichtlich beste Lebensbedingungen in unserem Fluss", meint Uwe Haase.

Auch in anderen vom Kreisanglerverein Weißenfels betreuten Gewässern nimmt die Artenvielfalt zu. In den alten Saalearmen bei Großkorbetha und Uichteritz würden Fische vor allem bei Hochwasser zuwandern, erklärt Gerd Hauser. Aber auch durch gezielte Aufzuchtaktionen der Petrijünger hätten sich Fischbestände erholt und sogar erweitert. So besetzen die Angler Gewässer wie das Tagebaurestloch Gostau, die Rippach, den Wiesenteich Lösau, den Teich bei Poserna und auch den so genannten Rieht, ein altes Tagebaurestloch bei Schkortleben, mit jungen Weißfischen, Karpfen, Zandern, Hechten, Aalen, Schleien, Barschen und Forellen. Außer Karpfen und Schleien, die die Angler im Posernaer Aufzuchtgewässer selbst ziehen und dann umsetzen, kaufen die Weißenfelser Petrijünger die Jungtiere bei Fischereibetrieben und setzen sie dann aus. Allein 2008 hat der Kreisanglerverein Weißenfels 2049 Kilogramm Fisch in die von ihm betreuten Gewässer eingesetzt.

Doch die Freude der Angler über die wachsende Artenvielfalt und Aufzuchterfolge wird getrübt. "Seit 1998 macht uns der Kormoran sehr zu schaffen", erklärt Haase. In harten Wintern, wenn die Teiche zugefroren sind und nur die Saale eisfrei bleibt, würden an ihren Ufern bis zu 1 400 dieser Vögel leben. Da ein Kormoran laut Fachleuten mindestens 750 Gramm Fisch pro Tag benötigt, könne man sich ausrechnen, wie viele Flossentiere bei etwa drei Überwinterungsmonaten an der Saale in ihren Schnäbeln verschwinden, erklärt der Angler.

Mehr Informationen zum Kreisanglerverein und seinen Aktivitäten gibt es im Internet.

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