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Sonnenobservatorium: Trommelklänge im Dunkeln

Uhr | Aktualisiert 23.12.2012 14:54 Uhr
Drei Tänzerinnen aus Leipzig verbreiteten Freitagabend im Sonnenobservatorium mystische Stimmung. (FOTO: P. LISKER) 
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Trommelklänge lockten am vergangenen Freitagabend etliche Hundert Besucher nach Goseck - schließlich galt es, die Wintersonnenwende zu begehen.
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goseck/MZ. 

War es zunächst die Trommelgruppe der Schalmeienkapelle Pretzsch, die zum Fackelumzug einluden, waren danach die Trommeln von Yngo Gutmann aus Leipzig zwischen den Palisaden der Kreisgrabenanlage zu hören. Im Umfeld des Trommlers loderte in zwei Behältern das Feuer, Fackeln wurden entzündet, es mögen gut 250 Frauen, Männer und Kinder gewesen sein, die den Tanz von drei Leipziger Tänzerinnen verfolgten. Gespenstische Ruhe herrschte, es wurde nur leise gesprochen, so, als wenn man in dem Moment in die Geschichte der Jungsteinzeit eintaucht und mitempfindet, wie die Menschen damals feierten und was sie taten.

Es heißt, dass diese angeblich übers offene Feuer sprangen und zum Klang der Trommeln sangen. Immerhin war die Begrüßung der länger werdenden Tage damals ein besonderes Ereignis. Die Vorsitzende des Vereins Sonnenobservatorium Uta Oelke zeigte sich denn auch sichtlich zufrieden über die Resonanz. "Die Leute scheinen das Mystische, das hier zu erleben ist, zu mögen", sagte sie.

Das sahen auch einige Mitglieder vom Verein Sippe vom Weißen Fels so, die sich zum wiederholten Mal in Goseck mit einfanden. Innerlich noch ganz aufgewühlt, meinte Vereinsvorsitzender Michael Strohschein, dass hier ein fantastisches Spektakel zu erleben sei. "Ich habe gehört, dass man in die Grabanlage im englischen Stonehenge nicht rein darf, aber hier in Goseck ist Geschichte hautnah zu erleben, Geschichte zum Anfassen", schwärmte er. Begeistert zeigte sich auch Karin Stich aus Weißenfels, die fast jedes Jahr komme, um bei diesem Erlebnis dabei zu sein. "Das Mystische, das gefällt mir", so die Seniorin. Ähnliches war von Astrid Ladewig aus Naumburg zu hören, die mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Goseck war. "Wenn sich so eine touristische Sehenswürdigkeit schon mal in der Region befindet, dann muss ich das kennenlernen", sprach sie. Sie finde jedoch schade, dass Goseck so schlecht vermarktet werde. In Halle würde doch kein Mensch diese historische Grabanlage kennen, meinte sie. Von Stonehenge rede die halbe Welt, nur über Goseck höre man nicht all zu viel. Ihre zwölfjährige Tochter soll hier vor Ort miterleben, was die Menschen vor Tausenden von Jahren bewegte, wie weit die Menschen in ihrer Entwicklung waren. Das sei im Geschichtsunterricht doch gar nicht so eindrucksvoll zu vermitteln.

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