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Schloss Goseck : Welterbe bekommt keine Fördermittel vom Land

10.03.2013 19:05 Uhr
Theater gehört zum Schloss Goseck dazu.   (BILD: Foto/Archiv: peter Lisker)
Von Holger Zimmer
Die 15. Veranstaltungssaison läuft bereits seit Februar mit den Schenken-Konzerten, doch bezüglich der Schlosskonzerte ist Sebastian Pank seit 1999 noch nie so zurückhaltend gewesen wie in diesem Jahr. Denn beantragte Fördermittel des Landes wurden abgelehnt, nun ruhen die Hoffnungen auf dem Kulturausschuss des Burgenlandkreises.
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Goseck/MZ. 

In den beiden vergangenen Jahren hatte es jeweils einen Zuschuss von 10 000 Euro gegeben, doch laut Pank sind angesichts der allgemeinen finanziellen Lage Änderungen angekündigt worden. Dass es positive sein werden, glaubt der Vorsitzende des Schloss-Vereins allerdings nicht.

Er bekennt, dass man mit der bislang zur Verfügung gestellten Summe zwar keine Schlösser habe bauen können, aber man sei über die Runden gekommen. Dabei hatte er in der Schublade große Pläne. Denn die 960. Kirchweihe sollte nach der Sanierung groß gefeiert werden. Neben dem feststehenden Auftritt des Rockpoeten Falkenberg sollte das Berliner Barock-Trompeten-Ensemble kommen und mit Künstlern aus dem französischen Lyon sollte frühe Musik des 14. Jahrhunderts erklingen.

Was daraus sowie aus der neuen Reihe „Musik in der Krypta“ werden wird, ist unklar. Eine Situation, die der 45-Jährige nicht für möglich gehalten hätte. Immerhin geht es auch um den Antrag zur Aufnahme der mittelalterlichen Kulturlandschaft ins Welterbe. „Dazu gehört Goseck, muss doch auch kulturell mehr geboten werden, um Eindruck zu machen.“ Doch ohne Geld müsse man die Veranstaltungen im Schloss ganz streichen oder könne nur ein Rumpfprogramm mit Konzerten anbieten, die sich selbst tragen. Regionale Künstler könnten da nur auf eigenes Risiko auftreten. Doch das ist nicht das, was Pank und seine Mitstreiter wollen, denn am erreichten Niveau sollen keine Abstriche zugelassen werden.

Deshalb ist die Anzahl der Veranstaltungen, die derzeit feststehen, überschaubar. Bereits an diesem Wochenende erfolgt der Auftakt der diesjährigen Schlosskonzerte. Dabei gibt es die Premiere des Ensembles Donnafugata. Es erklingen Passionsgesänge, die Noemi la Terra in ihrer sizilianischen Heimat bei einer Forschungsreise entdeckt hat. Nach dem Konzert fährt das Quartett mit Sebastian Pank an die Wiege dieser Musik, will er die mehrstimmigen Gesänge für sein Platten-Label Raumklang aufnehmen. Es folgt ein Kultur-Ausschank. Bei einem zweiten Schlosskonzert mit zwei italienischen Künstlern ist Barockmusik mit Laute und Cembalo zu hören. Es folgen musikalische Kriminalkomödie und Tango-Wochenende, Improvisationstheater und ein neuerlicher Auftritt des Comedian Kay Ray sowie einer des Musikkabarettisten Rainald Grebe. Einiges verspricht die zweite Auflage des Weltmusik-Wochenendes Nachtigall Mitte Juni.

Zunächst tritt am 15. Juni in der Stunde vor Mitternacht das neu gegründete Quartett Noemi-la-Terra- Fratelli mit vor allem sizilianischer Musik auf, wirken Dirk Zöllner am Bass, Tobias Rank am Piano und Sebastian Pank am Saxophon mit. Meditative Musik mit Saxophon und Kristallschalen erklingt danach bis zum Sonnenaufgang. Und als Höhepunkt gibt es am Abend den Auftritt des „Blauen Einhorns“, das in diesem Jahr seine Abschiedstournee bestreitet.

Bis auf Schenken-Konzerte, Novalis-Nacht, Liedertour und einen Paul-Millns-Auftritt ist das zweite Halbjahr noch weitgehend offen. Für den Vereinsvorsitzenden Pank ist das eine nicht hinnehmbare Situation, nachdem man im Vorjahr nach rund 25 Veranstaltungen eine positive Bilanz ziehen konnte. „Wir hatten die Zahl der Angebote etwas reduziert und konnten uns über mehr Besucher freuen.“ Umso unbefriedigender sei es nun, dass namhafte Künstler seit dem Herbst in der Warteschleife hängen und erstmals im März noch keine konkrete Auftrittszusage möglich ist. „Und ohne Zuschüsse können wir die auch nicht geben.“