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Projekt im Burgenlandkreis: Es kracht im Verein der Schulbusbegleiter

Uhr | Aktualisiert 28.01.2013 20:11 Uhr
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Das Projekt der Schulbusbegleiter ist in Gefahr. Denn in seinem Trägerverein Koordinierungsstelle für Kinder, Eltern und Großeltern (KEG) brodelt es mächtig.
NAUMBURG/MZ. 

Da gibt es Vorwürfe undemokratischen Verhaltens. Auch soll es an Transparenz fehlen. Ein Kassenprüfer sei an seiner Kontrolltätigkeit gehindert worden. Zudem gibt es Zweifel an der Rechtmäßigkeit dessen, dass 80 Prozent der Einnahmen für zwei Vereinsmitglieder ausgegeben werden. Und die Konstellation, dass der ehrenamtlich Vorstand aus Frank Seidel und Katrin Bucksch besteht und dieser Generalvollmacht an Karsten Bucksch, den Ehemann von Katrin Bucksch, gegeben hat, stößt auch auf Widerstand.

An die Öffentlichkeit gekommen ist die Auseinandersetzung durch einen Brief zweier Schüler, der Nachbarkreise, Landesgremien, Sponsoren und Unterstützer des Schulbusbegleiterprojektes erreicht hat. Sie sind selbst Schulbusbegleiter und sorgen sich um das Projekt, sind aber über eine Unterlassungsklage des Vereinsvorstandes zum Schweigen vergattert worden. Die Kreisverwaltung prüft nun aber, was dran ist an ihren Beobachtungen. Von strafrechtlicher Relevanz spricht bisher niemand.

Vereinskassenprüfer Klaus Gießel bestätigt immerhin, dass er im vergangenen Oktober von Karsten Bucksch, der als Projektleiter im Verein angestellt ist, daran gehindert worden sei, die Kassenbücher einzusehen. Für 2011 sei die Prüfung damit nur von einem Revisor vorgenommen worden. Jetzt allerdings beschäftigten sich beide Vereinsprüfer intensiv mit den Unterlagen.

Damit im Zusammenhang erwartet Thomas Jäger, Vorsitzender des Kreis- und Landeselternrates sowie Gründungsmitglied des KEG, dass er klare Antworten auf Fragen bekommt. Die hatten ihn zuletzt zurückgehalten, den Vorstand zu entlasten, wie es nach den Jahresabschlüssen üblich ist. Zu personenbezogen habe sich aus seiner Sicht der Verein zuletzt entwickelt, starre Machtstrukturen seien entstanden, was nicht förderlich sei.

Ehrenamtlich arbeiten die beiden Vorstandsmitglieder Frank Seidel und Katrin Bucksch. Die Satzung setzt ihre Einstimmigkeit bei Entscheidungen voraus, die bei der Führung der laufenden Geschäfte anfallen, aber auch zu Aufnahmen und Ausschlüssen von Mitgliedern. Die Arbeit umgesetzt wird mit einer Büromitarbeiterin sowie Karsten Bucksch als Projektentwickler. Die beiden erhalten ein Festgehalt. An Bucksch sowie zeitweise für den Verein Arbeitende - zum Beispiel die Gewaltpräventionstrainer - werden zudem noch Honorare und Fahrtkosten gezahlt.

Im vorigen Jahr ist ein offener Streit um die Mittelverteilung erwachsen. Michael Jacob spricht als einziges Mitglied darüber. Er sagt, er habe ohne schriftliche Vereinbarungen gearbeitet und oft erst verspätet seine Honorare für die Trainertätigkeit erhalten. Als er den Mund aufgemacht habe, sei er vom Vorstand ausgeschlossen worden. Jetzt wolle er sich um des Projektes wegen über die Mitgliederversammlung gegen seinen Ausschluss wehren.

Der seit Oktober zum Verein gehörende Anwalt hat nun allen Beteiligten geraten zu schweigen. "Keinerlei Auskünfte", sagt Frank Seidel deswegen. "Wir haben Fehler gemacht, aber nicht, was man uns vorwirft", so weit wagt sich Karsten Bucksch vor und räumt damit Fehler im Einladungssystem für die Mitgliederversammlungen ein. Während der Verein im Internet von 80 Mitgliedern spricht, sind immer nur acht bis zehn zu den Versammlungen eingeladen worden. Thomas Jäger sagt, dass man zu siebent bis acht gewesen sei. Er möchte die Vereinsarbeit auf breitere Basis stellen.

Als Elternratsvorsitzender im Land und Kreis signalisiert er den besorgten Jugendlichen: "Wir lassen Euch nicht im Regen stehen." Es werde sich im Verein etwas ändern müssen, aber "eine so gute Sache wie das Schulbusbegleiterprojekt wird deswegen nicht aufgegeben", die werde von vielen getragen.

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