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Osterausstellung: Eier-Vielfalt in Hohenmölsen zu bewundern

10.03.2013 18:42 Uhr | Aktualisiert 10.03.2013 18:44 Uhr
Sieglinde Walter präsentiert sogenannte Ikonen-Eier mit ganz unterschiedlichen Motiven.   (BILD: lisker)
Von Holger Zimmer
In einem Raum der katholischen Kirche in Hohenmölsen dreht sich in den nächsten fünf Wochen alles um ein weltweites Fruchtbarkeitssymbol.
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Hohenmölsen/MZ. 

„Über 1 000 Eier sind zu sehen, 350 weitere zeigen wir, wenn die Tische abgeräumt sind“, sagt Pfarrer Rudolf Hempel. Immerhin gab es am Sonntag neben der Ausstellungseröffnung in einem Raum der katholischen Kirche in Hohenmölsen ein Fastenessen, dessen Erlös der Aktion des Misereor-Hilfswerkes „Wir haben den Hunger satt“ zugutekommen soll. Inspiriert worden sei man zur Schau rund ums Ei von österlichen Traditionen in der fränkischen Schweiz. Nun gibt es die Ausstellung zum dritten Mal und eines der Stücke, die zu sehen sind, scheint schöner als das andere.

Farbige Hüllen aus Schafwolle

Gefilzte Eier

Gefilzte Eier entstehen in mühevoller Kleinarbeit aus gefärbter Schafwolle.   (BILD: lisker)

In mühevoller Arbeit entstanden beispielsweise gefilzte Eier. Edeltraud Müller (71) und Sieglinde Walter (73) aus Teuchern erzählen, dass sie die gefärbte Schafwolle mit Nadeln in vorgefertigte Styropor-Eier gestochen haben. Farbige Verzierungen entstanden unter den Händen der Frauen. Der Aufwand hängt auch von der Größe der Eier ab. Daneben sind sogenannte Ikonen-Eier zu sehen, wie sie in der Ukraine eine Tradition haben. Frau Müller betont, dass man die Bilder über Eier aus Plaste ziehe, kurz in kochendes Wasser tauche und schon würden sie wie angegossen sitzen. Adelheid Freyer erzählt vom Handarbeitszirkel, in den sie geht. Dort entstehen unter Anleitung sogenannte Gabelarbeiten: kleine Kunstwerke aus weißen Fäden umschließen die Eier.

Eier, Schmetterlinge und Schnecken

Ilza Skliniorz (75), die aus Schlesien stammt, erzählt von gekratzten Eiern. Mit Nadel oder Rasierklinge könnten Kerzen, Blumenmotive und anderes auf den gefärbten Eiern entstehen. Tradition aber hatte früher auch, die Eier mit den Namen der Kinder, die sie bekommen sollten, zu kennzeichnen. Ingrid Glaser aus Taucha wiederum beklebt die Eier mit glänzendem Material. Daneben verkauft sie ihre sehenswerten Oster-, Weihnachts- und Geburtstagskarten für einen guten Zweck.

Laut Rudolf Hempel werden neben den Eiern als Symbol von Fruchtbarkeit und neuem Leben weltweit Schmetterlinge, die aus Raupen entstehen, und Schnecken, die faktisch nach dem Winter zu neuem Leben erwachen, verehrt. Der Pfarrer kann dann zum Beispiel auch auf ein Ei aus China, das ein Schmetterling ziert, und ein Mitbringsel aus Indonesien mit dem Symbol einer Schnecke verweisen.

Krippe im Ei

Die Krippe im Alabaster-Ei.   (BILD: Lisker)

Er selbst hat von seinen Reisen bunt verzierte Eier aus dem südspanischen Sevilla mitgebracht. In einer türkischen Teppichknüpferei hat er ein Ei mit der Darstellung eines gelehrten Hodschas erworben. Und in Bethlehem konnte er dem Kauf von Eiern aus Olivenholz nicht widerstehen. Außerdem gibt es das Fruchtbarkeitssymbol hölzern aus Bulgarien, aus Blech aus Russland, aus Bernstein oder dem Onyx-Stein.

Daneben steckt Rudolf Hempel voller Geschichten. Der 77-Jährige erzählt, dass Laetare als Winterverbannung und Sommergewinn vor allem in Eisenach noch eine große Tradition hat. Dabei werden Eier mit alten Stofffetzen verziert. Das soll in einer Chronik erstmals 1286 erwähnt worden sein. Und bei den Sorben, so erzählt der Pfarrer, sollen früher die Taufpaten den Täuflingen bis zu drei Eier als Symbole für Glaube, Liebe und Hoffnung geschenkt haben.

Zuwachs bis zum nächsten Jahr

Zwei Wochen nach Ostern werden Wachtel-, Hühner-, Gänse- und Straußeneier zusammen- und ganz sicher 2014 wieder ausgepackt. Bis dahin freilich dürften sich zu den derzeit weit über 1 000 Exemplaren weitere dazugesellen.