Vorlesen

Offene Töpferei: Start in die Keramiksaison

10.03.2013 19:18 Uhr | Aktualisiert 11.03.2013 20:45 Uhr
Dekoratives für die Osterzeit bietet die Werkstatt von Gühnes an.   (BILD: lisker)
Von Birger Zentner und holger zimmer
In den Keramikwerkstätten geben sich die Besucher die Klinke in die Hand. In Osterfelder Ortsteil Roda war außerdem die Soljanka Tagesschlager der rund 250 Besucher.
Drucken per Mail
Bothfeld/Roda/Lobitzsch/MZ. 

„Es ist so etwas wie der Saisonauftakt“, sagt Thomas Braunert und setzt schon am Sonnabendvormittag darauf, dass sich die Besucher die Klinke in die Hand geben werden. Und er sollte recht behalten. Die zwei Tage der offenen Töpferei in der Werkstatt im Osterfelder Ortsteil Roda am zurückliegenden Wochenende gehen wieder als voller Erfolg durch. Etwa 250 Besucher sind gekommen, ähnlich viele wie in vergangenen Jahren. Auch in der Werkstatt von Andrea und Bernd-Matthias Gühne im Lützener Ortsteil Bothfeld steht die Tür nicht still. Mehr als hundert Besucher sind am Sonnabend und Sonntag gekommen. „Ich bin damit sehr zufrieden“, sagt Andrea Gühne.

Kerstin Goschala war in ihrer Lobitzscher Werkstatt von der Resonanz überrascht. Allein bis zum späten Sonnabendnachmittag kamen rund 30 Besucher. Es gab Gäste sogar aus Halle und andere, die von Lobitzsch aus noch weiter wollten. Birgit Schulz aus Weißenfels war mit ihren Töchtern Helena (13) und Luisa (10) gekommen. Unter ihren Händen entstanden aus Ton auch eine Schale und ein Fisch. Daneben standen bereits Schnecken und Gefäße, die die Töpferin noch glasieren und brennen wird und die dann abgeholt werden können. „Schließlich wollen wir auch Werbung für unseren Beruf machen.“

Aus Langendorf waren Gudrun und Frieder Wisch gekommen. Sie waren bereits in Luppenau bei Merseburg gewesen. Natürlich würden sie nicht nur schauen, sondern auch kaufen. Becher zum Beispiel oder wenn man mal etwas für Geburtstage brauche.

Thomas Braunert in Roda hat die ganze Familie eingespannt, um die Tage zu bewältigen. Während seine Frau Uta auch sonst in der Werkstatt dabei ist, haben sich die erwachsenen Söhne Tim und Christoph extra das Wochenende freigehalten. Unter anderem schenken sie von Uta Braunert selbst gemachte Soljanka aus. Die gibt es samt von Braunert getöpferter Tasse für acht Euro. Die Hälfte des Erlöses geht an die Leichtathletikgruppe des Rodaer Sportvereins. 30 bis 35 Liter Suppe werden dafür ausgelöffelt und unzählige Keramiktassen wechseln den Besitzer. Am Schluss sind es 345 Euro für die Sportler. Wahrscheinlich sogar mehr, denn „ein geheim bleibender Sponsor legt immer noch etwas drauf“, sagt Braunert.

Für den 54-Jährigen ist dieses Wochenende eine große Aktion. Die Beteiligung daran habe Wirkung über die gesamte Saison, meint er. Große Vasen und große Schüsseln fertigt er am liebsten, am besten noch ohne Bestelldruck. Gebrauchs- und winterfeste Gartenkeramik gehören unter anderem zum Angebot.

Ähnlich auch bei Gühnes in Bothfeld. Andrea Gühne stellt fest, dass es wieder einen Trend bei den Kunden gibt, Individuelles haben zu wollen. „Und sie können bei uns über die Schulter schauen, wie etwas entsteht“, sagt sie. Außerdem verweist sie auf die selbst hergestellten Pflanzgefäße im Hof, die schon zahlreiche Winter überstanden haben. Sie spricht vom Traumberuf, den sie sich erwählt hat, weil „ich meine Kreativität ausleben kann.“ Nebenher macht die gelernte Kindergärtnerin auch viel mit Kindern, gerade erst bei einem Kurs mit Schülern in der Bad Dürrenberger Grundschule. Da hatte sie dann auch gleich mal 150 kleine Kunstwerke gleichzeitig im Brennofen und findet, dass das großen Spaß macht.