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Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft: Mibrag stoppt Kraftwerksneubau Profen

Tagebau

Der Tagebau in Profen.

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Peter Lisker

Profen -

Der Bau eines Braunkohlekraftwerks bei Profen im Burgenlandkreis ist  in weite Ferne gerückt. Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Mitteldeutschen Braunkohlengesellschaft (Mibrag), Joachim Geisler, bestätigte das auf MZ-Nachfrage. Unter den gegenwärtigen  politischen Rahmenbedingungen sei es nicht möglich, ein Kraftwerk, für das 1,5 Milliarden Euro investiert werden und das 40 Jahre laufen sollte, wirtschaftlich  zu betreiben. Details nannte Geisler nicht. Klar ist aber, dass sich die Einsatzzeiten von Kohlemeilern durch den Ausbau erneuerbarer Energien verringern.

Ursprünglich wollte Mibrag das Kraftwerk Profen in den Jahren 2017/18 ans Netz bringen. Um es mit Kohle zu versorgen, war  parallel bereits begonnen worden, den neuen Tagebau bei Lützen (Burgenlandkreis) vorzubereiten. Ob auch der damit zumindest vorerst  vom Tisch ist, ließ Geisler offen. „Hier muss man die weitere  Entwicklung  abwarten.“ Gegen beide Projekte hatte es im Burgenlandkreis in den vergangenen Jahren heftige Proteste gegeben. 

Dass man sich vom Kraftwerks-Projekt in Profen verabschiedet, habe aber nichts mit der Absicht zum Kauf der  Vattenfall-Braunkohlesparte in der Lausitz zu tun, sagte der Mibrag-Chef. „Wir wollen eigentlich beides.“ Das Vorhaben für die Lausitz werde weiter verfolgt.

Im Moment hat die Mibrag aber ganz andere Sorgen. „Wir kämpfen gerade ums Überleben“, sagt er. Damit spielt er auf die Pläne von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) an, Kohlekraftwerke, die älter als 20 Jahre  sind,  mit zusätzlichen Kohlendioxid-Zertifikaten zu belegen. Das führt nach Ansicht des Mibrag-Chefs zur Unwirtschaftlichkeit, man müsste die  eigenen Kraftwerke in Wählitz und Deuben schließen. Damit wäre die Wirtschaftlichkeit des Tagebaus Profen nicht mehr gewährleistet, auch der müsste dann dicht gemacht werden. Die Auswirkung wäre laut Geisler der Verlust von 1 800 Arbeitsplätzen in der Region.    „Wir können das mit Zahlen belegen“, sagt der Geschäftsführer.  Damit konfrontiere man derzeit auch die Politik.

Die Gewerkschaften IG BCE und Verdi planen morgen eine Großdemonstration in Berlin. Tausende Kumpel aus Mitteldeutschland, Nordrhein-Westfalen und der Lausitz werden gegen Gabriels Pläne auf die Straße gehen. Die IG BCE warnt vor dem Verlust von 50 000  Jobs in der Kohle-Industrie. Mehrere Umweltschutzverbände haben eine Gegenveranstaltung in der Hauptstadt angemeldet, sie fordern den schnellen Kohle-Ausstieg. Das Thema Braunkohle wird heute auch im Landtag in Magdeburg diskutiert. (mz)


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