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Innenstadt von Weißenfels: Freie Fahrt für Radler

Dieses Transparent hängt am Eingang der Jüdenstraße.

Dieses Transparent hängt am Eingang der Jüdenstraße.

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Michael Thomé

Weißenfels -

Die Fußgängerzone in der Weißenfelser Innenstadt bleibt auf Dauer für Radfahrer geöffnet. Das hat der Stadtrat auf seiner jüngsten Sitzung mit 32 Ja-, vier Nein-Stimmen und einer Enthaltung beschlossen.

Nach jahrelangen Diskussionen um den Radverkehr im Zentrum hatte im Mai vergangenen Jahres ein Testphase begonnen, während der bis dahin für Radfahrer gesperrte Straßen freigegeben wurden. Befürworter hatten unter anderem darauf verwiesen, dass eine fahrradfreundliche Innenstadt unmittelbar am Saaleradweg eine wichtige Bedingung für den Ausbau des Tourismus in Weißenfels sei. Die Gegner befürchteten vor allem eine erhöhte Gefährdung für Fußgänger.

Nach neun Monaten steht fest: Die Bedenken der Skeptiker haben sich weitgehend nicht bestätigt. Selbst der Senioren- und der Behindertenbeirat, die sich vor der Testphase eher skeptisch geäußert hatten, räumen nunmehr ein, dass ihre Befürchtungen nicht eingetreten sind.

In einer Auswertung der Testphase stellen Polizei und zuständige Behörden der Stadt fest, dass „keine negativen Erfahrungen bezüglich des Radverkehrs in der Fußgängerzone“ festgestellt werden konnten. In den gesamten neun Monaten hatte sich in der Jüdenstraße ein Unfall ereignet, bei dem ein Radfahrer mit einem Kind zusammenstieß, das daraufhin dem Hausarzt vorgestellt wurde.

Stimmungsbild

Um das Stimmungsbild zu erkunden, waren während der Testphase Gewerbetreibende der Innenstadt zum Thema befragt worden. 75 Prozent jener, die sich an der Befragung beteiligten, sprachen sich für eine dauerhafte Öffnung des Zentrums für den Radverkehr aus. Allerdings: Von 96 ausgegebenen Fragebögen kamen nur zwölf, also ganze 13 Prozent, beantwortet zurück.

„Diese Befragung ist doch ohne Wert“, sagte deshalb Stadträtin Christine Ehret im Ausschuss für Stadtentwicklung, der sich vor der Stadtratssitzung noch einmal mit dem Dauer-Streitthema der letzten Jahre befasst hatte. Während die SPD-Stadträtin bei ihrer grundsätzlichen Ablehnung eines radoffenen Zentrums blieb, bezeichnete der Vorsitzende der CDU/FDP-Fraktion, Manfred Rauner, die jetzige Entscheidung als „vernünftige Lösung“.

Fahrradfreundliche Stadt

Als ein „gutes Ergebnis“ wertete auch Hans Klitzschmüller, Vorsitzender der Fraktion Die Linke, den Beschluss des Stadtrates. „Wir sind auf einem guten Weg zu einer fahrradfreundlichen Stadt“, meinte der Vorsitzende einer Arbeitsgruppe, die eigens gegründet worden war, um zur Lösung der Rad-Probleme in Weißenfels beizutragen. So hat man bereits erreicht, dass mittlerweile die meisten Einbahnstraßen im Zentrum für Radfahrer in beide Richtungen geöffnet sind.

Klitzschmüller kündigte an, dass die Tätigkeit der Arbeitsgruppe mit der Öffnung des Zentrums für Radler noch nicht beendet ist. Die Gruppe werde über weitere Maßnahmen beraten, um die Bedingungen für Radfahrer in der Stadt noch weiter zu verbessern. Anhaltspunkte lieferte da unter anderem der Seniorenbeirat. In der Innenstadt sollten mehr und einheitlich gestaltete Bügel zum Anschließen der Räder aufgestellt werden. Die Polizei sollte nach Ansicht des Beirates öfter präsent sein, um rücksichtslose Radfahrer, die zum Teil auch die Fußwege nutzen, zu stellen.


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