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Mitteldeutsche Zeitung | Hilfsaktion für krebskranke Andrea Bendrick aus Röcken: Mit der Chemotherapie am Ende
04. January 2016
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Hilfsaktion für krebskranke Andrea Bendrick aus Röcken: Mit der Chemotherapie am Ende

Nele (l.) und Mia sind für Sebastian und Andrea Bendrick das größte Glück.

Nele (l.) und Mia sind für Sebastian und Andrea Bendrick das größte Glück.

Foto:

HEIKE RIEDEL

Lützen -

Die Mediziner in Weißenfels sind bei der Krebsbehandlung von Andrea Bendrick an ihre Grenzen gekommen. Die Chemotherapie schlägt nicht mehr an, die Krebszellen wachsen, berichtet die 30-jährige Patientin, die seit der ersten Krebsdiagnose 2013 um jeden Tag mit ihrer Familie und den Freunden kämpft. Dauerhaft den Krebs zu vernichten, dafür hat es für sie nie die Chance gegeben, doch gebremst werden konnte die Krankheit bisher. Und auch jetzt hofft die junge Frau wieder, mit einem Verfahren, das in Berlin angewandt wird, noch etwas Zeit zu bekommen.

Große Initiative

Bangen und Hoffen überdeckten die Weihnachtstage und die Zeit zum Jahreswechsel. Sie sind der jungen Frau Anlass, ein dickes Dankeschön an all ihre Helfer und Freunde über Facebook zu schicken. Und die MZ darf es verbreiten für jene, die helfen, auch wenn sie sich nicht der Facebook-Gruppe "Hilfe für Familie Bendrick" angeschlossen haben. Denn im zurückliegenden Jahr haben Menschen ganz viel Arbeitskraft, Geld, Material, Zeit und Freude für Andrea Bendrick und ihre Familie gespendet.

Die Zeitung verfolgt von Anfang an die Initiative, die Freunde von Bendricks im Frühjahr 2015 ins Leben gerufen haben. Die Freunde wollen damit unterstützen, dass die Familie ihr Bauvorhaben auf einem Hof in Röcken so schnell wie möglich umsetzen kann. Mutter Andrea soll doch noch miterleben, wie ihr Mann Sebastian mit den beiden Kindern Mia (2) und Nele (8) in das Zuhause einzieht, indem sie dem Rest der Familie nahe sind und sich wohlfühlen.

Debatte im Internet

Sie bedankt sich bei allen großen und kleinen, stillen und lauten Helfern und schreibt weiter: „Als diese Aktion begann, war ich fast sauer, aber was soll ich sagen, ohne dies wären wir nicht da, wo wir sind. Ich weiß nicht, ob ich den Einzug erlebe, aber ich weiß, dass mein Basti und die Kinder es irgendwann ganz schön haben werden und nicht allein sind. Wir danken euch!“

Kaum zu glauben, aber sie muss auch Anfeindungen erleben, weshalb Andrea Bendrick anhängt: „Und jenen, die tatsächlich Neid hieraus empfinden: gern geb’ ich euch das alles ab, die Öffentlichkeit, die Erfahrung mit den vielen tollen helfenden Menschen, aber nur, wenn ihr Diagnose und Prognose mitnehmt.“

Hoffen auf neue Ideen

Und schließlich hat sie sich auch durchgerungen, sich einer noch breiteren Öffentlichkeit zu stellen. Die Zeichen stehen gut, dass sie im neuen Jahr in eine Fernsehsendung rutscht, durch die ihre Familie zu der materiellen Hilfe kommt, die sie noch braucht, um das Baugeschehen in Röcken abzuschließen. Dafür setzt ein Verkaufsprofi um, was sich zu Geld machen lässt. Das eröffnet eine ganz neue Spendenlinie zugunsten der Familie. Wer helfen möchte, kann von seinen materiellen Werten etwas anbieten.

Damit steht plötzlich für Bendricks ein Umzug im Februar in Aussicht, Wochen oder gar Monate eher, als es Familie und Freunde allein schaffen können. Das hat Mutter Andrea neuen Antrieb gegeben. „Dafür lohnt es sich auch noch diese Anstrengung auf sich zu nehmen“, meint sie. „Und vielleicht sieht die Sendung in RTL 2 auch ein Arzt, der noch eine Idee hat“, sagt die junge Frau und hofft so auch weiter auf alle medizinischen Mittel. (mz)


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