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Burgenlandkreis: Wiedebacher Geflügelzüchter gewinnt zwei EM-Titel

Uhr | Aktualisiert 25.01.2013 19:51 Uhr
Marc Schulze mit den Schlesischen Kröpfern in seinem Taubenschlag - mit ihnen wurde der Züchter in Leipzig Europameister. (FOTO: PETER LISKER) 
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Marc Schulze aus Wiedebach züchtet seit 15 Jahren Tauben und Enten. Vor kurzem erhielt er dafür eine der höchsten Anerkennungen: Zwei seiner Geflügel-Kollektionen wurden Europameister, eine Taube Champion ihrer Art.
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WIEDEBACH/Prittitz/MZ. 

"Das Wesen wird vererbt, die Schönheit nicht", sagt Marc Schulze. Der Wiedebacher muss es wissen, seit 15 Jahren züchtet er Tauben und Enten. Vor kurzem erhielt er dafür eine der höchsten Anerkennungen: Zwei seiner Geflügel-Kollektionen wurden Europameister, eine Taube Champion ihrer Art.

Schulzes Tauben sind Schlesische Kröpfer, diejenigen, die ausgezeichnet wurden, tragen gelb-fahl gehämmertes Gefieder. Um sich auf die Europameisterschaft in Leipzig vorzubereiten, tat der 28-Jährige, was er immer bei Wettbewerben tut: Er nahm die Tauben zwei Tage vorher aus ihrem Schlag mit großer Voliere und setzte sie zur Gewöhnung in die Käfige. Ihre Füße waschen und cremen - und schon seien die Tiere präpariert.

Derjenige, der an ihrer statt aufgeregt war, war Schulze selbst. Das sei bei jedem Wettbewerb so, gibt der Züchter vom Rassegeflügelzuchtverein Prittitz zu.

Doch seine Tiere behielten offenbar sowohl die Ruhe, als auch ihre Ausstrahlung. Fähigkeiten, die sich erst unter Wettbewerbsbedingungen zeigen, wie Schulze findet. Zur Demonstration macht er einen derart natürlichen, langgezogenen "Uuh"-Laut, dass man denken kann, er stamme von einer Taube. Das Tier in seiner Hand reagiert darauf, es plustert den Kropf - das Blaswerk - auf und steht mit stolz geschwellter Brust vor einem.

"So reagiert nicht jede Taube", sagt Schulze. Dabei sollen die Tiere genauso reagieren: Auf Abruf, und selbst unter schwierigen Bedingungen wie einer fremden Umgebung und viel Lärm, wie sie bei Geflügelschauen, wo Käfig an Käfig steht, herrschen.

Schulze zähmt seine Tiere durch häufige Anwesenheit. Mindestens einmal in der Woche macht er den Schlag sauber, aber jeden Tag besucht er die Tiere. Er arbeitet in einem Restaurant in Freyburg, aber die Zeit für die Stippvisite nimmt er sich.

Das, was nicht erzogen werden kann, jenes "Wesen" der Tiere, wie er es nennt, werde vererbt. Dafür sind Schulzes Züchter-Fähigkeiten gefragt, dafür muss er die richtigen Tiere auswählen. Und genau das scheint ihn auszuzeichnen. Das meint zumindest Franz Kahl, Vorsitzender des Rassegeflügelvereins Prittitz. "Er hat einen guten Blick für gute Tiere", sagt er über Schulze. Und er kenne sich mit vielen Rassen aus, lobt er. Kahl und die anderen Vereinsmitglieder sind stolz auf ihren Meister-Macher: "Marc ist der erste und einzige von uns, der mit seinen Tieren Europameister wurde", erklärt Kahl die Bedeutung der Preise im Rahmen der Vereinsarbeit.

Für einen Europameister-Titel müssen vier Tiere einer Art - eine Kollektion - hoch bewertet werden. Das gelang Schulze sowohl mit den Schlesischen Kröpfern als auch mit Hochbrutflugenten. Wobei die Entenrasse hier offenbar besonders gut gelingt. Drei Züchter aus dem Kreis wurden für ihre Hochbrutflugenten ausgezeichnet, das sei "nicht schlecht", sagt Schulze.

Schauen wie jene in Leipzig werden auch zum Verkauf genutzt. Wie viele andere hat Schulze seine Preisträger angeboten. Mit ihnen wollen die Käufer meist die eigene Zucht beeinflussen.

Bei Schulzes Tieren zeigt sich jedoch, dass ein attraktiver Nachkomme nicht unbedingt einen schönen Vater braucht. Der Vater seines Champions, also eines einzeln ausgezeichneten Tieres, sei keine Schönheit oder, wie Schulze es ausdrückt: "nicht ausstellungsfähig". In seiner sachlichen Art erklärt er: "Seinen Zuchtwert erhält der Täuberich in Kombination mit dem richtigen Partner."

Da die Vögel mehr Nachkommen bekommen, als letzten Endes für den Wettbewerb dienlich, hält er es wie die meisten Züchter: Die schlechten kommen ins Töpfchen. "Ich mag meine Tiere, weiß aber auch ganz genau, dass ich einige töten werde", sagt er. Als Koch und Küchenchef hat er dafür ein paar raffinierte Rezepte in petto.

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