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Burgenlandkreis: Unfalldrama auf der A9 bei Weißenfels

Uhr | Aktualisiert 19.10.2012 21:21 Uhr
Kurz nach dem Unfall wird die Frau mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen. (FOTO: PETER LISKER) 
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Unfalldrama auf der Autobahn 9. Nahe des Kreuzes Rippachtal ist Freitagvormittag ein Auto regelrecht zermalmt worden. In dem Auto starben zwei Menschen. Vier weitere Personen wurden verletzt, eine davon schwer.
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WEISSENFELS/MZ. 

Unfalldrama auf der Autobahn 9. Nahe des Kreuzes Rippachtal ist Freitagvormittag ein Auto regelrecht zermalmt worden. In dem Auto sterben zwei Menschen. Vier weitere Personen werden verletzt, eine davon schwer. Den Rettern bietet sich ein Bild des Grauens. Glassplitter überall, zerknautschtes Blech, ein Bus steht zur Hälfte im Gras - unmittelbar vor einer Böschung. Feuerwehrleute und Polizei koordinieren die Rettung, ein Polizeihubschrauber kreist, um Fotos zur Beweissicherung anzufertigen. Menschen sind geschockt.

Wie Zeugen am Unfallort berichten, scheint es zu einer Kettenreaktion gekommen sein: Zunächst kollidierten offenbar zwei Pkw. Ein hinter ihnen fahrender Bus, der keine Insassen beförderte, bremste, touchierte aber noch einen dieser Pkw. Das dahinter fahrende Auto fuhr auf den Bus auf. Ein Tanklaster krachte in den Unfall. Dadurch wurde der Pkw zwischen Laster und Bus zerquetscht. Wie durch ein Wunder konnten Feuerwehrleute eine Frau aus dem Wrack retten. Sie hatten jedoch viel Mühe dabei. Ein Rettungshubschrauber brachte die Frau in eine Klinik. Der Lkw-Fahrer erlitt einen Schock und kam gleichfalls ins Krankenhaus. Eine Frau und ein Mann, die in dem Pkw vor dem Bus saßen, wurden ebenfalls verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Der Busfahrer blieb unverletzt. Die Polizei äußert sich bis zum Abend weder zum Hergang des Unfalls noch zur Ursache. "Wir ermitteln", heißt es.

"Ich fahre 30 Jahre Bus, noch nie hatte ich einen Unfall und nun das", sagt der Fahrer des Busses, an dessen Heck der Pkw zerquetscht wurde. "Ich bin so froh, dass ich keine Fahrgäste hatte." Der Bus sollte nach Zwickau überführt werden.

Der Zusammenstoß der Fahrzeuge passierte im zweispurigen Baustellenbereich in einer Tempo-60-Zone. "Wir hatten große Mühe, an den Unfallort heranzukommen", ist von Kreisbrandmeister Hans-Willi Schubert zu erfahren. "Glücklicherweise war der Tanklaster nicht mit Gefahrgut beladen", so Benjamin Köhn von der Weißenfelser Feuerwehr. Nachdem die Feuerwehr die Vorderachse des Tanklasters etwas hochgehievt hat, kann ein aus Leipzig herbeigerufener Schwerlastkran der Berufsfeuerwehr das zum Teil darunter befindliche Auto hervorziehen. Es ist ein Blechknäuel. Aus ihm werden die zwei Toten, eine Frau und ein Mann, geborgen.

Mit vor Ort sind zwei DRK-Mitarbeiter der Notfallbegleitung. "Schlimm, was hier passiert ist", sagt Conny Winter. "Bis jetzt war es bei solchen Unfällen meist so, dass wir im Nachhinein einige der Einsatzkräfte betreuten", sagt ihr Kollege Dieter Jirsak. Das passiere auf der Feuerwache in Weißenfels.

Die A 9 wird aufgrund der Bergungsarbeiten komplett gesperrt. Auf der Gegenfahrbahn staut sich der Verkehr etwa 20 Kilometer zurück bis nach Osterfeld, in der anderen Richtung bis weit hinter Bad Dürrenberg. Nur zögerlich löst sich der Stau auf, was auch daran liegt, dass einige Autofahrer langsam fahren, um mit dem Handy den Unfall aufnehmen zu können. Immer wieder hupen Fahrer ihren Vordermann an, er möge schneller fahren, was aber diejenigen nicht stört. "Verdammt noch mal, was gibt es denn zu gaffen?", ärgert sich der Kreisbrandmeister. Und auch Steve Homberg, stellvertretender Stadtwehrleiter aus Weißenfels, hat kein Verständnis für dieses Verhalten: "Das ist unmöglich, oder?"

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