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Burgenlandkreis: Puppenstube ist der Renner

Uhr | Aktualisiert 23.12.2012 14:24 Uhr
Rosmarie Herzigs Tochter Malve spielte früher mit diesen nun 43 Jahre alten Rattan-Puppen-Möbeln, die der Naumburger Bürstenmacher gefertigt hat. (FOTO: MZ) 
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Gröbener haben in ihrem kleinen Museum am Dorfplatz ein historisches Kinderzimmer eingerichtet. Altes Spielzeug fasziniert Groß und Klein.
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gröben/MZ. 

Weihnachten und Kinderspielzeug als Geschenk unterm Baum - diese Verbindung gibt es, seit das heilige Fest gefeiert wird. Verändert hat sich mit der Zeit die Art des Spielzeugs, es ist moderner und farbenfroher geworden. Dennoch zieht das Einfache und wenig Technische Mädchen und Jungen auch heute noch magisch an.

Gezeigt hat sich das beim jüngsten Gröbener Weihnachtsmarkt. Da hatte die dank gut befeuerter Öfen kuschlig warme Heimatstube ihre Türen geöffnet. Der größte Andrang herrschte im neuen historischen Kinderzimmer, das Mitglieder des Kultur- und Heimatvereins Gröben / Runthal mit viel Engagement und Liebe zum Detail eingerichtet haben. Christa Krause, die seit Jahren gemeinsam mit Rosmarie Herzig die Heimatstube betreut, öffnet nach dem großen Andrang noch einmal die Tür zum Kinderzimmer und erzählt, warum und wie es entstanden ist.

Eröffnet wurde die Heimatstube zur 1 000-Jahr-Feier der früheren Gemeinde Gröben, die jetzt Ortsteil von Teuchern ist. Damals waren drei Räume in dem Fachwerkhaus hergerichtet worden. Die historische Ausstellung zeigt, wie die typische Arbeiterfamilie Anfang des 20. Jahrhunderts gelebt hat. Raum für Raum wuchs die Heimatstube und mit ihr die thematischen Ausstellungen rund um Haushalt, Handwerk, Schule und Vereinsleben. Im Sommer 2011 begannen Männer und Frauen des Kultur- und Heimatvereins eine freigewordene Wohnung neben der bisherigen Heimatstube zu renovieren. Einer der Räume sollte ein für die 50er bis 80er Jahre typisches Kinderzimmer werden. "Wir hatten noch viele Gegenstände aus dem früheren Gemeindekindergarten und der ehemaligen Gröbener Schule. Die waren teilweise schon auf dem Müll gelandet", erinnert sich Christa Krause. Seit 1949 lebt sie in Runthal und empfindet es als grundlegendes Bedürfnis jüngeren Menschen zu erklären, wie andere früher ihre Kindheit erlebten. Mit glänzenden Augen geht die gelernte Stenotopistin durch den Raum mit vielen typischen Kinderspielzeugen. Vor den beiden Puppenstuben bleibt die 69-jährige stehen. Erst vor wenigen Tagen haben besonders viele Kinder begeistert damit gespielt und gestaunt, dass sie sogar die Türen der kleinen Puppenmöbel öffnen konnten. Die eine Puppenstube stamme aus dem ehemaligen Kindergarten. Irgendein Vati habe sie sicher einmal gebaut, glaubt Christa Krause. Die andere Puppenstube hat Jana Schenk aus Gröben zur Verfügung gestellt. Der Kaufmannsladen ist von Ute Schulze aus dem Ort. Wirtin Carmen Gänkler hat ihre eigene Puppenwiege aus Kindertagen hergebracht. Der kleine Schlitten und die Spielzeug-Hollywood-Schaukel sind von Christa Krauses Tochter Marion Klee. Rosalinde Henseleit habe die großen bunten Plastikbausteine gesponsert, mit denen ihre Kinder und Enkel früher spielten. Puppen, Plüschtiere und anderes Spielzeug, das viele Gröbener und Runthaler zusammengetragen haben, komplettieren die Einrichtung des Kinderzimmers. "Spielen geht auch ohne Handy und Computer", meint Krause schmunzelnd. Gern erinnert sie sich daran, wie nicht nur Mädchen und Jungen der Integra-Kindertagesstätte aus dem Ort, sondern auch Eltern der Weihnachtsmarktbesucher glänzende Augen beim Anblick des Kinderzimmers bekommen haben. Stellvertretend für die vielen, die es hergerichtet haben, nennt Christa Krause Erika und Gerhard Steinkopf, Holger Schulze, Dieter Streckel und Susi Preuser. Sie wünscht sich, dass noch viele Kinder aus Teuchern den Weg zur Heimatstube mit dem Kinderzimmer finden.

Heimatstube-Besucher melden sich bei Christa Krause unter 034443 / 2 63 56 oder bei Rosmarie Herzig unter 034443 / 2 23 36 .

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