Hier lässt es sich gut feiern: Ortsbürgermeister Hilmar Geppert zeigt stolz den sanierten Saal des Granschützer Gemeindehauses. (BILD: Peter Lisker)
Volkshäuser gibt es in der Einheitsgemeinde von Hohenmölsen gleich zwei, auch ein soziokulturelles Zentrum und Bürgerhaus laden ein. Ein Gemeindehaus wie in Granschütz ist jedoch etwas Besonderes. Jetzt, wo es saniert ist, sowieso. Ortsbürgermeister Hilmar Geppert (parteilos) öffnet gern die Türen und ist stolz darauf, dass es von der Gemeinde so gut angenommen wird.
Vor drei Jahren war das ganz anders. Just vor der 700-Jahrfeier des Dorfes musste der Saal gesperrt werden. Das Dach war so labil, dass Gefahr im Verzug war. „Wir sind in die Eingemeindung mit diesem Rucksack gegangen“, erinnert sich Geppert. Hohenmölsen habe Hilfe signalisiert. Über das Leader-Programm flossen Fördermittel, so dass die Baukosten von insgesamt 110 000 Euro schließlich gestemmt werden konnten. Bei den Bauarbeiten zur Sanierung des Daches offenbarten sich noch andere Problemfelder. „Es fehlte ein Notausgang, die Elektrik entsprach nicht mehr den Anforderungen, die Heizkörper waren verrostet“, erinnert sich der Ortsbürgermeister. Einheimische Firmen hatten viel zu tun. Nach zwei Jahren Pause zog zu Sylvester 2012 mit einem großen Ball, organisiert vom SV Grün-Weiß, wieder Leben ins Haus.
Der Ortsbürgermeister rechnet mit etwa 50 Veranstaltungen pro Jahr auf dem rund 240 Quadratmeter großen Saal. Ein gutes Dutzend habe in den ersten Wochen des neuen Jahres bereits stattgefunden. Die Vereine haben hier eine gute Heimstatt. Neben dem Sportverein sind auch der Verein zum Erhalt der Granschützer Kirche, der Anglerverein, die Kleingärtner, die Feuerwehr und die Grundschule ständig Gast in dem hellen Saal, der neben einer Garderobe auch eine kleine Küche hat. Endlich kann auch wieder die Blutspende hier durchgeführt werden, atmet Gep-pert auf. Und er freut sich, dass sich immer mehr Familien für eine Feier im Gemeindehaus entscheiden. In diesem Jahr wird es sogar eine Hochzeitsfeier geben. Hinzu kommen mit dem 80. Jahrestag der Freiwilligen Feuerwehr im August und dem 40. Jahrestag des Chores im September zwei ganz große Dorfpartys. Geppert könnte also rundum zufrieden sein. „Ich denke, es gibt weinige Bürgermeister, die das sind“, meint er und ruft am PC eine Problemliste auf. Auf den Nägeln brennt ihm besonders, dass sich für die Eltern der Gundschüler das Parken möglichst rasch verbessert. Besonders früh und am Mittag „stapeln“ sich in der Fröbelstraße die Fahrzeuge. Lösen ließe sich dieses Problem, wenn eine Grünfläche neben dem Kindergarten zum Parkplatz gestaltet würde. Etwa zwölf Plätze könnten hier entstehen, die die angespannte Situation entlasten würde. Aufgrund der Haushaltslage wurde das Projekt aufgeschoben. Geppert hofft jedoch auf eine ähnliche Erfolgsgeschichte wie beim Gemeindehaus.