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Buchvorstellung in Weißenfels: Autorin Koski schreibt Buch über amerikanischen Soldaten

Robby Risch (links) mit Loraine und Jim Koski

Oberbürgermeister Robby Risch (links) erhält von Loraine Koski und deren Ehemann Jim das Exemplar.

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Peter Lisker

Weissenfels/MZ -

Es war der 21. November 1944. Europa befindet sich im Krieg. Ganze Städte sind zerstört, Millionen Menschen sterben. Vom englischen Stützpunkt in Honington startet um 7.45 Uhr das Kampfflugzeug Boeing B-17 Flying Fortress der Army Air Force in Richtung Weißenfels. Ziel sind die Leunawerke, über denen die US-Flieger Bomben abwerfen sollen. Neun Mann befinden sich an Bord, als das Flugzeug um 11.40 Uhr von einer deutschen Flugabwehrkanone abgeschossen wird.

Sieben Crewmitglieder überleben und kommen in deutsche Kriegsgefangenschaft. Der damals 19-Jährige Staff Sergeant Elwood Norr und der Funkmann Richard Engler sterben bei dem Angriff. Ihre Leichen werden an der Absturzstelle in der Leipziger Straße 125, wo sich ein altes Rittergut befindet, geborgen. Der Tank des Flugzeuges kommt in der Zeitzer Straße zu Boden. Daraufhin brennt die sich dort befindende Gaststätte Ritterhof aus. Elwood Norr und Richard Engler werden auf dem Weißenfelser Friedhof beerdigt, bis ihre Überreste im Dezember 1946 von amerikanischen Militärarbeitern exhumiert und in die USA gebracht werden. Dort findet Noor in seiner Heimatstadt Marquette, im Bundesstaat Michigan, seine letzte Ruhestätte.

Aus dem 20 000-Seelen-Ort stammt auch die Autorin Loraine Koski. Sie hat ein Buch über Norr geschrieben. Es trägt den Namen „Elwood’s War“, zu deutsch: „Elwoods Krieg“. Ein Exemplar davon übergab sie am Montagnachmittag zusammen mit Ehemann Jim und Reiseführer Tony Cisneros der Stadt Weißenfels. „Es gab viele Männer aus Marquette, die im 2. Weltkrieg gekämpft haben“, erzählt Loraine Koski. Sie begann vor ein paar Jahren deren Biografien zu recherchieren und stieß dabei auf einen Elwood Norr, der ein Tagebuch und unzählige Briefe während des Krieges in seine Heimat schickte. Darin befasste sich Norr mit den Erlebnissen bei der Army Air Force und setzte sich mit dem Zweiten Weltkrieg an sich auseinander.

Diese Dokumente befinden sich in der Obhut seiner heute 92-Jährigen Schwester Gene. „Ich habe alle diese Briefe und sein Tagebuch gelesen und fand, dass man über seine Geschichte ein Buch schreiben muss“, so die Autorin. Laut ihrer Aussagen wurde Norr im Jahre 1925 in Marquette geboren. Im Alter von vier Jahren ereilte ihn ein schwerer Schicksalsschlag, als sein Vater bei einem Jagdunfall ums Leben kam. Nachdem er 1942 die Highschool beendete, wurde er ein Jahr später in die US Army einbezogen, wo er als Kampfflieger diente.

„Wir sind sehr dankbar dieses Buch zu erhalten und somit in Weißenfels die Geschichte von Elwood Norr zu verbreiten“, sagt Oberbürgermeister Robby Risch (parteilos). Er betont, wie wichtig die Auseinandersetzung mit dem Thema sei, zumal die Beziehung zwischen den USA und Weißenfels eine besondere sei, da die Stadt am 12. April 1945 von amerikanischen Truppen befreit wurde. Das Buch wird nun ins Stadtarchiv gebracht. Laut Risch sollen Schüler des Goethegymnasiums im Englischunterricht die Geschichte von Norr aufarbeiten. Als Zeichen der Dankbarkeit hat Loraine Koski dem Buch eine spezielle Widmung gegeben. Auf Deutsch ist dort zu lesen: „In Friede und Freundschaft, an die Bürger in Weißenfels.“


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