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Brandserie: Weißenfelser Feuerteufel hat offenbar erneut zugeschlagen

Uhr | Aktualisiert 07.01.2013 08:21 Uhr

Von der hinteren Seite des Hauses sind am Sonntag die Spuren der immensen Rauchentwicklung deutlich zu sehen. (FOTO: ALEXANDER BLEY)

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Es hat wieder gebrannt im Haus Nummer 10 in der Kubastraße - zum mittlerweile siebenten Mal in sieben Wochen. Nun ist das Gebäude vorerst unbewohnbar. Der außergewöhnlich schnelle Einsatz der Wehren hat seinen Grund: Die Feuerwehrleute mussten nicht erst alarmiert werden, sie waren es schon.
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Weissenfels/MZ. 

Es hat wieder gebrannt im Haus Nummer 10 in der Kubastraße - zum mittlerweile siebenten Mal in sieben Wochen. Nun ist das Gebäude vorerst unbewohnbar.

Am Sonntagvormittag: Polizeiliche Siegel versperren den Eingang. Offene Fensterläden schwingen bei leichtem Wind hin und her. Es liegt ein brenzliger Geruch in der Luft. Ansonsten herrscht die Ruhe nach dem Sturm.
Rückblick: Sonntag, gegen 0.35 Uhr, geht der Alarm los. Wenige Augenblicke später ist die Feuerwehr vor Ort. Dieses Mal hat das Treppenhaus bis zum zweiten Obergeschoss nach hinten hinaus Feuer gefangen. Es herrscht immense Rauchgasentwicklung, der Dachstuhl droht Feuer zu fangen. Die Brandbekämpfer reagieren umgehend und können das verhindern. Das Treppenhaus brennt aber vom zweiten Obergeschoss bis zum Dachstuhl hin weg.
Die schätzungsweise 25 Brandbekämpfer aus den Orten Weißenfels und Borau müssen jede Menge Löschwasser einsetzen. Der Strom wird abgeklemmt. Das beides hat zur Folge, dass die bisher verschonten Wohnungen nun auch unbewohnbar sind. Die drei Mietparteien sind bei Freunden und Bekannten untergekommen.
Der außergewöhnlich schnelle Einsatz der Wehren hat übrigens seinen Grund: Die Feuerwehrleute mussten nicht erst alarmiert werden, sie waren es schon. Etwa eine halbe Stunde vor dem Unglück waren sie zu einem anderen Einsatz am Hermannsgarten gerufen worden. Dort fanden sie aber nichts Auffälliges - seltsam.
"Wir haben die Telefonnummer der Person, die uns informiert hat", sagt der stellvertretende Stadtwehrleiter Steve Homberg. Nun werde geprüft, ob dort tatsächlich Qualmentwicklung geherrscht hat, oder ob der Anruf böswillig war. Homberg spricht nicht aus, was nahe liegen könnte. Dass es ein Ablenkungsmanöver gewesen sein könnte.

Das muss die Polizei nun prüfen. "Kriminalpolizeiliche Maßnahmen stehen an", sagt Polizeioberkommissar Nico Schendel. Bis zu derem Ergebnis will er sich nicht weiter äußern. Nur so viel: "Zu dem Brand in der Kubastraße gibt es keinen Tatverdächtigen." Das sehen viele Menschen anders. Sie sind sich ziemlich sicher, dass es ein 52 Jahre alter Mann ist.

Eben dieser war in der Nacht des Einsatzes auch wieder vor Ort - so wie auch während der anderen Vorfälle. Laut Steve Homberg und einem Anwohner der Kubastraße ist diese Person vorläufig in Gewahrsam genommen worden. Das aus gutem Grund. Seitdem der Mann eine der Wohnungen des Hauses Nummer 10 bezogen hat, brennt es dort.

Auf frischer Tat konnte der Mann aber bisher nicht ertappt werden. Seine Erklärungen für seine Anwesenheit an den Tatorten waren immer so plausibel, dass die Polizei nichts gegen ihn in der Hand hat.

Fakt ist aber, wer auch immer für diese Brände verantwortlich ist, er hat es nun geschafft, die restlichen Bewohner obdachlos werden zu lassen.

"Langsam ist es nicht mehr lustig", sagt Homberg, macht aber klar, dass die Feuerwehr-Truppe immer noch unter vollem Einsatz dabei ist. "Sie verkennt den Ernst der Lage nicht", so Homberg.

"Es war eine unruhige Nacht", sagt Andreas Kahl, einer der Anwohner der Kubastraße. "Nun hat er es geschafft", sagt er mit Blick auf das verwaiste Haus, in dessen offenem Fenster auch die verrauchten Gardinen wehen.

Am Sonntagnachmittag erreicht die MZ der Anruf eines Anwohners. Dieser teilt mit, dass der Verdächtige sich aus unerklärlichen Gründen schon wieder im Haus aufgehalten habe. Wie er in das versiegelte Gebäude gelangt ist, ist unerklärlich. Die Polizei wird informiert. Die Beamten fahren vor und nehmen den Mann mit.

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