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Adventskalender: Die Redakteure gelöchert

Uhr | Aktualisiert 16.12.2012 20:44 Uhr

Vom Bildschirm ins Blatt: Redakteurin Bärbel Schmuck erklärt Thomas Leser, wie sie und ihre Kollegen arbeiten. (FOTO: PETER LISKER)

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Wer am Sonnabend in die Redaktionsräume der Mitteldeutschen Zeitung in der Leipziger Straße kam, hatte Fragen - und erhielt Antworten.
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WEISSENFELS/MZ. 

Wie kommen Sie zu Ihren Sensationen? Wer entscheidet, wie eine Seite aussieht? Wie viele Seiten muss ein Redakteur am Tag schaffen? - Wer am Sonnabend in die Redaktionsräume der Mitteldeutschen Zeitung in der Leipziger Straße kam, hatte Fragen - und erhielt Antworten.

Gleich als Erste testen das Chiara-Maria Ritzer und ihre Mutter Annett. Annett Ritzer erzählt, dass sie den Adventskalender auf Arbeit immer vor Augen habe und ihrer Tochter vorschlug, mal zur MZ zu schauen. Die Sechstklässlerin vom Weißenfelser Goethegymnasium schreibe nämlich selbst sehr viel, verrät ihre Mutter. Tochter Chiara-Maria nickt, sie denke sich Geschichten aus, schreibe aber auch über das, was sie erlebt habe. Und Letztgenanntes ist ja, was Journalismus ausmacht.

Chiara-Maria hatte zuletzt beim Adventskonzert im Gymnasium mitgemacht, wie sie Redakteurin Bärbel Schmuck erzählt. Und die zeigt ihr an ihrem Computer nicht nur abstrakt, wie eine Seite aussehen könnte, sondern gestaltet eine, auf der solch ein Beitrag stehen könnte. Sie überlegen eine Überschrift und finden "Musik wärmt Herzen" passend - in jeder Hinsicht: Sie trifft den Kern und passt in die Zeile. Eine Beschränkung, der Redakteure immer unterliegen: Es ist nur so viel Platz, wie die Zeitung Seiten hat.

Sie formulieren eine Unterzeile, in der genauer steht, worum es geht und dann kann Chiara-Maria Ritzer das erste Mal ihren Namen in die Autorenzeile schreiben.

Welcher Textanfang? Was soll gesagt werden? - Bärbel Schmuck und die aufmerksame Gymnasiastin probieren einiges aus. Am Ende können Mutter und Tochter eine Seite mitnehmen, die aussieht, als könne sie im Blatt erscheinen - mit einem Bild, wie Chiara-Maria Ritzer am Redaktionscomputer sitzt.

Aber Mutter und Tochter haben auch Fragen, die die Arbeit im Allgemeinen betreffen. Schon Chiara-Maria Ritzers erste Frage hat es in sich: "Wie kommen Sie zu Ihren Sensationen?" Lokalchef Birger Zentner schmunzelt, eine gute Frage. "Wir kennen viele Leute und fragen viel. Es kommen auch Menschen mit ihren Fragen zu uns." Was erscheint seien allerdings nicht immer nur Sensationen, sondern auch unspektakuläre, aber wichtige Hinweise, wie, wann ein Bus fährt oder was in den Schulen geschieht.

Noch etwas fällt dem Chef der Weißenfelser Redaktion ein: Auch über moderne Kommunikationsmittel wie Facebook und Twitter gelangten Informationen zur Redaktion und würden darüber verteilt. Dass das ebenfalls zur Arbeit gehört, habe sie nicht gedacht, sagt Annett Ritzer erstaunt.

Anders sieht es bei Marco Kanne aus. Der kennt die MZ hauptsächlich über das Internet und habe sich aus Interesse an Medien und Technik entschieden, mal in die Räume in der Leipziger Straße zu schauen. Als er seinen Namen nennt, nickt Lokalchef Zentner, ja der sage ihm etwas aus dem sozialen Netzwerk.

Die Fragen des Weißenfelsers Kanne gehen gleich ins Detail: Welches Redaktionssystem genutzt würde und wer entscheide, wie eine Seite aussieht. "Das System heißt NGen (gesprochen Endschin), der Name steht für New Generation. Und die Seitengestaltung übernehmen die Redakteure. Aber man kann die auch ändern, wenn es anders besser aussieht."

Begeistert ist Kanne, dass mehrere Personen an einer Seite arbeiten können. "Das ist ja wie bei Wikipedia", sagt er. Er begrüße diese Zusammenarbeit, wie sie durch das Internet im größeren Maße entstanden ist.

In einem anderen Raum steht Familie Zorn. Vater Heiko sagt, er habe seinen Jungs mal zeigen wollen, wie die Zeitung funktioniert. Aber ein bisschen neugierig ist er offenbar selbst - mit einer Frage nach der anderen löchert er Redakteur Andreas Richter. Eine davon: "Wie viele Seiten muss ein Redakteur schaffen, damit er sein Geld erhält?" Das sei verschieden, erklärt Richter. "Die Beiträge erfordern einen unterschiedlichen hohen Aufwand." Bei einer Recherche mit vielen Anrufen und Kontakten brauche man mehr Zeit, als wenn über eine Veranstaltung berichtet wird. Und gerade die kleinen Artikel seien oft zeitintensiv.

Zorn nickt und fragt weiter und nickt. Am Ende hat er Duzende Antworten und die Familie ein Andenken. Sie nimmt nach Uichteritz ebenfalls einen Ausdruck einer Zeitungsseite mit Bild von sich am Redaktionsbildschirm mit.

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