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Abschied: Pfarrer Thomas Wisch verlässt Hohenmölsen

Uhr | Aktualisiert 19.06.2012 21:06 Uhr
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Thomas Wisch

Pfarrer Thomas Wisch. (FOTO: MZ)

Der Hohenmölsener Pfarrer Siegfried-Thomas Wisch verlässt nach gut 14 Jahrendie Evangelische Kirchgemeinde der Region Nördliches Zeitz. Ab Oktober ist der 48-Jährige neuer Superintendent des Kirchenkreises Mittelmark-Brandenburg.
Hohenmölsen/MZ. 

Erst im dritten Wahlgang erhielt Wisch vergangenen Freitag die nötige Mehrheit, was ihn kurzzeitig zögern ließ, die Wahl anzunehmen. MZ-Mitarbeiter Alexander Bley sprach mit dem Pfarrer über die Beweggründe und die Entscheidung, Hohenmölsen zu verlassen.

Was hat Sie zu ihrer Entscheidung bewogen?

Wisch: Die Vertreter der Vorschlagskommission haben angefragt, ob ich mich vorstellen möchte. Der Kirchenkreis wurde dort neu gebildet. Sie sind der Meinung, dass ich die Erfahrungen, die ich hier gemacht habe, und das, was geworden ist, einbringen kann. Es war quasi ein Vorsingen der Ideen und meiner Persönlichkeit. Etwa unseres Modellprojekts, mit der Kirche im ländlichen Raum präsent zu sein. Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, aber alle zehn, zwölf Jahre steht ein Stellenwechsel an. Der ist biographisch gesehen bei uns dran.

Was ist unter Modellprojekt Kirche im ländlichen Raum zu verstehen?

Wisch: Unsere Region hat 36 Kirchen und 24 Kirchgemeinden. Zwei Pfarrer und zweieinhalb Gemeindepädagogen sind für die gesamte Region verantwortlich oder präsent. Es findet ein intensiver Austausch statt. Der alte Gemeindebegriff ist so nicht mehr zu halten. Gemeinde ist dort, wo die Menschen zusammen kommen. Es hat ein Perspektivwechsel stattgefunden, über den Tellerrand, Kirchturm hinaus. Das setzt Mobilität voraus, das Mitgenommen werden. Innerhalb von zehn Kilometern findet immer ein Gottesdienst statt. Nach Art und Weise der Kirche gibt es unterschiedliche Angebote. Nicht alles ist in jeder Kirche möglich, aber vieles in der Region, mit der Vielfalt spielend. Das ist unser Leitspruch.

Ihre Frau ist Gemeindepädagogin. Wie schwer fällt der Umzug ihrer Familie?

Wisch: Unendlich schwer. Wir fühlen uns hier sehr wohl, bei allem was gewachsen und entstanden ist.

Und wie sieht es die Kirchgemeinde?

Wisch: Sie hat es sehr schockhaft aufgenommen. Es sind viele Tränen geflossen, schließlich sind wir hier beheimatet. Ich habe nie einen Hehl um den Stellenwechsel gemacht.

Und dennoch haben sie kurzzeitig gezögert, die Wahl zum Superintendent anzunehmen?

Wisch: Die Verunsicherung, weil es so viele Enthaltungen gab, hat mich stutzig gemacht und mich zögern lassen. Es war nicht einfach. Hier habe ich eine sehr gute Gemeinde, eine sehr fröhliche. Beim Wechsel in ein unbekanntes Terrain wünscht man sich eine breite Mehrheit.

Wie geht es jetzt in Hohenmölsen weiter?

Wisch: Die Stelle wird ausgeschrieben. So, dass es einen Nachfolger gibt, der zu dieser Region passt. Sicherlich wird er auch andere Akzente setzen als ich oder einen anderen Duktus haben, aber die Mitarbeiter müssen miteinander können. Er muss sich auf das Modell der ländlichen Kirche einlassen.

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