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Vorwürfe: „Ein eugenischer Rassist der ersten Stunde“

Emil Abderhalden

Emil Abderhalden

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Privat

Mit einem offenen Brief, den binnen weniger Tage mehr als vier Dutzend Wissenschaftler unterschrieben, setzte sich eine Gruppe von Professoren der Universität in Halle Ende Oktober dafür ein, die seit 1953 nach Emil Abderhalden (Foto) benannte Straße in der nördlichen Innenstadt umzubenennen. Die Initiatoren werfen Abderhalden vor, ein „eugenischer Rassist der ersten Stunde“ gewesen zu sein, jüdische Mitglieder aus der Leopoldina ausgeschlossen und zudem wissenschaftliche Forschungsergebnisse gefälscht zu haben.

Abderhalden habe zum „Establishment des Dritten Reiches“ gehört und sei eine „sehr fragwürdige historische Person“, die nicht Namensgeber einer Straße sein solle, an der der neue geisteswissenschaftliche Campus der Uni liegen werde.

Die Leopoldina, deren Präsident Abderhalden zwischen 1932 und 1950 war, lässt derzeit die Rolle des gebürtigen Schweizers zwischen 1933 und 1945 von einem Historiker untersuchen. Die Ergebnisse sollen Anfang des kommenden Jahres vorliegen. Der Kulturausschuss des halleschen Stadtrats, der nach einer Umbenennungsinitiative bereits vor drei Jahren mit dem Namensstreit befasst war, eine Entscheidung aber damals vertagt hatte, will bei seiner Sitzung morgen entscheiden, ob die Emil-Abderhalden-Straße ihren Namen verlieren soll. (stk)


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