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X-Games: Goldmedaille Nummer sechs für Snowboarder Shaun White

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Ein springender Snowboarder hinterlässt einen Schweif aus Schnee. (FOTO: DPA)

Superstar Shaun White hat bei den X-Games in Aspen erneut Geschichte geschrieben - und das, obwohl er fast doppelt so alt ist wie sein erster Verfolger.
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Aspen/Frankfurt/SID. 

Etwas seriöser sieht Shaun White schon aus mit seinen kurzen Haaren. Nicht mehr ganz so irre wir früher, als ihm seine rote Lockenmähne den Spitznamen „Flying Tomato“ eingebracht hatte.

In der Halfpipe zeigt der Snowboard-Superstar freilich trotz des Friseurbesuchs mehr halsbrecherische Sprünge denn je. Am Wochenende schrieb der gerade einmal 26-Jährige US-Amerikaner bei den prestigeträchtigen X-Games in Aspen erneut Geschichte, als er seine sechste Goldmedaille in Serie holte und seinen eigenen Höhenrekord mit einem Backside-Air um 30 Zentimeter auf 7,3 Meter nach oben schraubte.

„Ich glaube nicht, dass ich jemals fokussierter war - sowohl mental als auch physisch“, sagte White, der mit 98 Punkten nur knapp unter seinem 100-Punkte-Rekord aus dem vergangenen Jahr blieb: „Sechs ist schon eine große Zahl. Im siebten wird es ungemütlicher.“

Für die Konkurrenz, die in der Halfpipe vom erst 14-Jährigen Japaner Ayumu Hirano angeführt wurde, ist die Sieben ohnehin eine Unglückszahl. Seit seinem siebten Lebensjahr prägt dieser schmächtige, mit Sommersprossen überzogene Junge aus San Diego die Szene. Bei den Olympischen Spielen gewann er 2006 in Turin und 2010 in Vancouver die Goldmedaille in der Halfpipe, bei den X-Games führt seit Jahren kein Weg an ihm vorbei.

White sammelte bei dem Extremsport-Event bereits 15 Goldmedaillen, insgesamt acht davon in der Superpipe. „Man braucht nicht zu verstehen, wie alle diese Tricks funktionieren, um Whites Leistung zu würdigen“, schrieb Espn.com: „Wie damals mit Michael Jordan beim Basketball.“

White, der gerne mal auf Twitter für „die Ladies“ auf Fotos von ihm verweist, braucht niemandem mehr sein Können zu beweisen. Längst ist er die Legende der Szene - die auch gerne mal über die Stränge schlagen darf. Im September demolierte er nach der Hochzeit seines Buddys Patrick Carney, Drummer der Blues-Rock-Band Black Keys, seine edle Suite im Loews Vanderbilt Hotel, trieb das gesamte Hotel per Feueralarm auf die Straße und durfte als „Belohnung“ die Nacht auf dem Polizeipräsidium verbringen.

Geschadet hat ihm das nicht, in den Teenager-Zimmern der USA dürfte das dem damit so verruchten Snowboard-Star sogar noch mehr Anerkennung eingebracht haben. Seinen Friseurbesuch, der ihm sein Markenzeichen kostete, erklärte White als Tat für den guten Zweck. Die Wohltätigkeitsorganisation „Locks for Love“ (Locken für Liebe) stellte aus der gefallenen Lockenpracht Perücken für Kinder her, die aufgrund von Krankheiten ihr eigenes Haar verloren haben. Zumal die Haare bis zu den Olympischen Spielen in Sotschi sicher wieder nachwachsen.

In Russland will White auch in der erstmals olympischen Disziplin Slopestyle triumphieren - in Aspen hatte er bei der Fahrt auf dem Hindernisparcours allerdings das Nachsehen. Gold gewann erneut Shootingstar Mark McMorris, der dem eigentlichen Platzhirsch schon im vergangenen Jahr ein wenig die Show gestohlen hatte. White wurde nach zwei Stürzen Fünfter. „Ich lasse das jetzt erst mal wirken, um es hoffentlich in Motivation umwandeln zu können“, sagte White.

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