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Weltmeisterschaft: Biathletinnen stecken sich hohe Ziele

Uhr | Aktualisiert 04.02.2013 22:29 Uhr
Miriam Gössner darf sich gleich auf zwei WM-Starts freuen: Sie ist beim Biathlon und im Langlauf dabei. (FOTO: DPA) 
Bei der Biathlon-WM in Nove Mesto wollen Miriam Gössner und Co. ab Donnerstag wieder Medaillen sammeln. Auch nach dem Rücktritt von der Rekordweltmeisterin Neuner bleiben die Ziele unverändert hoch.
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Nove Mesto/dpa/sid. 

Magdalena Neuner vergnügte sich beim Feuerwehrball in ihrer Heimatstadt Wallgau, als sich die deutschen Biathleten in den letzten Tagen den Feinschliff für die WM holten. Die Rekord-Weltmeisterin genießt ihr neues Leben nach dem Rücktritt fernab des Sports in vollen Zügen, während ihre Nachfolger um Hoffnungsträgerin Miriam Gössner ab Donnerstag bei den Weltmeisterschaften in Nove Mesto im Mittelpunkt stehen.

Auch ohne „Gold-Lena“ sind die Skijäger nicht bescheidener geworden - es soll beim ersten Höhepunkt nach deren Rücktritt wie gewohnt Medaillen regnen. „Warum sollen die Zielstellungen nicht so sein, wie sie früher waren? Ich glaube, die Athleten würden es nicht verstehen, wenn man jetzt plötzlich die Ziele runterschraubt, nur weil Lena nicht mehr dabei ist“, sagte Bundestrainer Uwe Müssiggang.

Gössner will ersten Einzelerfolg

Fünf bis sechs Medaillen sollen die Biathleten nach den Vorstellungen des Deutschen Skiverbandes (DSV) aus den elf Wettkämpfen in Tschechien mitbringen. Die erste am besten schon am Donnerstag in der Mixedstaffel. Zum Vergleich: Im Vorjahr hatte es bei der Heim-WM in Ruhpolding fünf Medaillen gegeben, an vier davon war Neuner beteiligt. Nun wird sie die Wettkämpfe entspannt vom heimischen Sofa aus verfolgen.

Vor allem ihre ehemalige Zimmerkollegin Miriam Gössner soll nach ihren drei Saisonsiegen glänzen. Sie selbst träumt von ihrer ersten WM-Einzelmedaille. Genau wie Andreas Birnbacher, der diesen Erfolg im Vorjahr um nur 0,4 Sekunden verpasste.

Der Schlechinger trainierte nach einem Infekt abseits der Mannschaft, soll bis Donnerstag aber wieder vollständig fit sein. Am Dienstag wird erstmals in Nove Mesto trainiert. „Er muss jeden Tag nutzen, dann können wir auf ihn zählen“, sagte Müssiggang über den 31-Jährigen, der schon zwei Saisonsiege eingefahren hat.

Zuletzt glänzte das Frauenteam mit dem überraschenden Staffelsieg in Antholz, die Männer hingegen schwächelten bei der Generalprobe. „Das ist nur eine Momentaufnahme“, meinte Müssiggang, denn er traut den Herren in Nove Mesto viel zu: „Sie sind alle dazu in der Lage, vorn mitzulaufen. Auch wenn die Weltspitze sehr dicht beisammen ist.“

Bei den Frauen ist das neben Gössner wohl nur Doppel-Olympiasiegerin Andrea Henkel zuzutrauen. Die 34 Jahre alte Thüringerin peilt bei ihrer 14. WM die erste Einzelmedaille seit 2008 an.

Aufstellungspoker

Gössner und Henkel werden gemeinsam mit Birnbacher und dem früheren Sprintweltmeister Arnd Peiffer vermutlich auch das Auftaktrennen bestreiten. Allerdings hält sich Müssiggang bislang noch bedeckt, was die Aufstellung angeht. „Im Kopf sind die Konzeptionen schon klar, aber wir wollen noch nicht darüber sprechen.“

2012 hatte das gemixte DSV-Quartett in Ruhpolding Bronze gewonnen - mit Magdalena Neuner. Lange her, wenn man ihren Worten glauben darf: „Ich genieße mein neues Leben und habe mich voll an diese Rolle gewöhnt.“

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