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Wasserspringen in Halle: Lob aus berufenem Munde

Springer-Nachwuchs: Diana Yaakoob

Springer-Nachwuchs: Diana Yaakoob

Foto:

Schulze

Halle -

Sein Job hat ihn diesmal in die alte Heimat geführt. Vom Beckenrand der Halle-Neustädter Schwimmhalle aus verfolgte Falk Hoffmann zwei Tage lang, wie Wasserspringer aus ganz Deutschland nahezu nonstop ihre Salti und Schrauben aus drei Metern Höhe ins Wasser drehten. Der 63-Jährige gab den jungen Athleten Noten dafür - beim 43. Hallorenpokal am vergangenen Wochenende in der Stadt, mit der er trotz seines Umzugs vor drei Jahren nach Rostock immer noch eng verbunden ist.

Olympiasieger, Coach, Kampfrichter

Falk Hoffmann ist geradezu prädestiniert dafür. Schließlich weiß er selbst, wie’s geht, ist Olympiasieger in dieser Sportart. Dazu diplomierter Trainer. Und internationaler Kampfrichter. Bei der Hallorenpokal-Premiere vor 43 Jahren war er selbst für seinen Club SC Chemie Halle aufs Brett gegangen.

Was Falk Hoffmann diesmal von den Talenten seines einstigen Stützpunktes sah, gefiel ihm. Bis ins Finale haben sich die Jungen und Mädchen des Gastgebers gekämpft. Und auch wenn sie dort vor lauter Aufregung den einen oder anderen kleinen Fehler machten und sich den Trios aus Dresden (Jungen) und Berlin (Mädchen) geschlagen geben mussten, so bestätigten sie doch den Aufwärtstrend der einstigen Wassersprung-Hochburg. „Ich habe einige gute Talente gesehen“, sagte Falk Hoffmann. „Natürlich brauchen sie aber noch Zeit für ihre Entwicklung.“

Der 18-jährige Nico Herzog zum Beispiel, der im Halbfinale mit 403 so viele Punkte wie noch nie erreichte. Oder Jennifer Li Orlowski. Die 13-Jährige springt nicht nur ausgesprochen elegant, sondern für ihr Alter auch sehr schwierig.

Dem Nachwuchs traut der Fachmann zu, einmal in die Nationalmannschaft aufzurücken und damit die Lücke zu schließen, die ein Andreas Wels (Rücktritt 2009) oder eine Katja Dieckow (2013) hinterlassen haben. Was ihn so zuversichtlich stimmt: „Am Stützpunkt arbeitet ein kompetentes Team.“ Die jungen Trainerkollegen um Norman Becker und Attila Kantor leisten, davon ist der Routinier überzeugt, gute Arbeit.

Nachwuchsbetreuung in Rostock

Er selbst betreut mittlerweile den Nachwuchs in Rostock. Zwei Talente hat er bereits zu Jugend-Europameisterschaften geführt. Im August übernahm er die Trainingsgruppe der Fünft- bis Siebenklässler. Warum es ihn 2013 ausgerechnet an die Küste verschlagen hat? Als sich die Sportmode-Hersteller neu aufstellten, für die er nach der Wende lange Zeit als Handelsvertreter aktiv war, kam ihm das Jobangebot des WSC Rostock gerade recht. In Halle war zu dieser Zeit keine Stelle frei. „Ich wollte gern wieder zum Wasserspringen zurück“, sagte rückblickend der Mann, der bei den Spielen 1980 in Moskau Gold vom Turm gewonnen hat. Etwas vormachen kann er seinen Schützlingen sportlich allerdings nicht mehr. Falk Hoffmann schmunzelnd: „Dazu gibt es mittlerweile zu viele Baustellen.“ Erst kürzlich hat er sich in Halle von Thomas Bartels am linken Knie operieren lassen. Den Sportarzt kennt er noch aus alten HFC-Zeiten. In der hatte er mit der Traditionsmannschaft des heutigen Drittligisten hin und wieder Fußball gespielt. Das Kicken ist neben dem Wasserspringen seine zweite große Leidenschaft. Und es gibt noch eine dritte. Im Tennis hat es Falk Hoffmann in den verschiedenen Altersklassen schon bis zum Landesmeister in Sachsen-Anhalt, Sachsen und nun auch Mecklenburg-Vorpommern gebracht.

Besuch der Kinder in Halle

In Rostock, am Meer, fühlt sich Falk Hoffmann wohl. Und doch zieht es ihn immer wieder nach Halle. Denn hier wohnen zwei seiner drei Kinder. Sein Sohn Robby - einst auch ein erfolgreicher Springer und Jugend-EM-Medaillengewinner - hat ihn zum zweifachen Opa gemacht. Die Enkel übrigens sind keine Wasserspringer, sie werden also die Familientradition nicht fortsetzen. Was aber nicht schlimm ist. Schließlich gibt es ja einige hoffnungsvolle Talente am Stützpunkt Halle. (mz)

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