Nachrichten aus Sachsen-Anhalt, Mitteldeutschland und der Welt

CV MItteldeutschland: Hoffnung nach souveränem Sieg

CVM-Diagonalangreifer Jaroslaw Lech platziert erfolgreich einen Schmetterball gegen den Herrschinger Block.

CVM-Diagonalangreifer Jaroslaw Lech platziert erfolgreich einen Schmetterball gegen den Herrschinger Block.

Foto:

Peter Wölk

Spergau -

Wenn es für Schlagfertigkeit Punkte zu vergeben gibt, dann war der Lauf der Dinge früh klar. Als die Volleyballer des TSV Herrsching am Samstagabend zur Erwärmung in der Jahrhunderthalle von Spergau auf das Feld liefen, bewies der Hallensprecher des CV Mitteldeutschland großen Humor. „Bitte wundern Sie sich nicht, liebe Zuschauer“, sagte er schmunzelnd, „aber dieses Outfit ist von der Liga genehmigt.“

Das Outfit der Gäste war nun wirklich gewöhnungsbedürftig. Bekleidet mit weiß-blau karierten Trikots mit angedeuteten brauen Hosenträgern und lederhosenfarbenen kurzen Sporthosen - also ganz so, wie man es eigentlich vom Münchner Oktoberfest kennt - liefen die Gäste aus Bayern zu der Bundesliga-Partie auf. Doch mit mehr als mit ihrem Outfit konnten die Herrschinger in den folgenden 71 Minuten nicht punkten. Zu groß war an diesem Abend die Laune der Piraten, den Bayern die Lederhosen auszuziehen.

Mit 3:0 (25:18, 25:15, 25:23) war dem CVM das in dieser Saison noch nicht gelungen. Entsprechend groß war die Erleichterung in den Reihen des Tabellenletzten, der mit dem zweiten Saisonsieg im Kampf um den Klassenerhalt wieder bis auf einen Punkt an die Konkurrenz herangerückt ist.

Einer der glücklichsten Menschen in der Halle war Artur Augustyn. Der verletzte Kapitän, der das Spiel mit einer großen Schiene um seinen Fuß auf einem Stuhl neben dem Hallensprecher verfolgt hatte, rannte nach dem Matchball mit Krücken fast schneller zur Gratulation auf das Feld als alle anderen.

Unter denen war auch CVM-Präsident Peter Kurzawa, der während des Spiels so nervös war, dass es ihn an keinem festen Platz hielt. Erst stand er neben dem Hallensprecher. Dann mischte er sich kurzzeitig unter die Fans auf der Zuschauertribüne. Und als bei der zweiten Auszeit der Herrschinger und einer 16:10-Führung der Piraten alles auf Satzgewinn hindeutete, leistete Kurzawa wieder dem Hallensprecher und Augustyn Gesellschaft.

„Ich war wirklich so aufgeregt, weil ich wusste, dass diese Mannschaft besser spielen kann, als sie es in den letzten Partien gezeigt hat“, sagte Kurzawa. „Und als die Jungs nach dem gewonnenen ersten Satz im zweiten Abschnitt nicht wieder in alte Fehler verfallen sind und auch den klar gewonnen haben, wusste ich, dass heute etwas geht. Wir sind wieder im Rennen.“

Dieses Gefühl muss Trainer Ulf Quell bereits vom ersten Aufschlag an gehabt haben. Völlig entspannt stand der Coach der Piraten am Spielfeldrand und griff in den ersten beiden Sätzen allenfalls mit kurzen Handzeichen in das Geschehen ein. Erst im dritten Abschnitt, als seine Mannschaft lange einem Rückstand hinterherlief, wurde er lautstark.

„Einige Jungs sind zu übermütig geworden und wollten Dinge machen, die sie nicht können. Da musste ich die Truppe beruhigen“, sagte Quell. Trotzdem mahnte er, den Erfolg nicht überzubewerten. Das Team ist weiter Tabellenletzter. „Wir werden nicht in Euphorie verfallen und ab Montag wieder hart arbeiten.“ (mz)