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Volleyball: CVM verpasst knapp die Sensation

Uhr | Aktualisiert 13.01.2013 22:14 Uhr

Bradley Lawson schlägt am Generali-Haching-Block vorbei. (FOTO: FEHRMANN)

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Die Volleyballer des CV Mitteldeutschland sind am Sonntag in Unterhaching nur knapp an einer Überraschung vorbei geschrammt. Die „Piraten“ mussten sich dem Tabellen-Zweiten Generali Haching nach 124 Minuten erst im Tie-Break mit 2:3 (20:25, 26:24, 25:18, 19:25, 13:15) geschlagen geben.
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UNTERHACHING/MZ. 

Als die zwei jungen Frauen auf dem Weg zur Generali Sportarena in Unterhaching bei München an dem Reisebus vorbei gehen, sind sie kurz verwundert. "Sachsen-Anhalt Tours" steht da in großen Buchstaben oben auf der Frontscheibe. "Von soweit her wäre ich heute nicht gern angereist", sagt die eine und ihre Freundin antwortete fragend: "Vielleicht sind das ja auch unsere Gegner heute. Spielen wir gegen Sachsen-Anhalt?"

Vor dem Volleyball-Bundesliga-Spiel am Sonntag gegen Generali Haching mangelte es den Piraten vom CV Mitteldeutschland (CVM) noch an Bekanntheit. Doch nach über zwei Stunden und einer hauchdünnen 2:3-Niederlage (20:25, 26:24, 25:18, 19:25, 13:15) dürften auch die beiden jungen Damen den Tabellensiebten aus Spergau kennen.

Als klarer Außenseiter ging die Mannschaft von Trainer Matthias Münz in das Spiel. Generali Haching ist Vizemeister und Tabellenzweiter in der Volleyball-Bundesliga und neben dem VfB Friedrichshafen einzig verbliebener Kontrahent der übermächtigen Berlin Recycling Volleys. Allerdings warnte Patrick Steuerwald, der Zuspieler von Generali Haching, vor dem Spiel gegen den CVM bereits: "Die spielen mit einer guten Abwehr, profitieren von Teamgeist und Emotion und spielen immer volle Pulle." Er sollte Recht behalten.

Unter den Augen des bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer, der als Ehrengast in der Sportarena war, spielte die Mannschaft von Münz am Sonntag auf Augenhöhe mit Generali Haching und war phasenweise sogar deutlich überlegen. CVM-Zuspieler Oliver Binder setzte variantenreich seine Diagonalangreifer ein. Christoph Helbig und Bradley Lawson, der zum besten Spieler seiner Mannschaft gewählt wurde, erzielte so aus spitzem Winkel zahlreiche Punkte.

Zudem nutzte Binder im schnellen Spiel ein ums andere Mal die Körpergröße seiner beiden Mittelblocker Jairo Joshua Hooi (2,01 Meter) und Artur Bartosz Augustyn (1,98 Meter), die mit Urgewalt ins Feld der Hachinger prügelten. Dort verzweifelten derweil Angreifer wie der 2,07 Meter große deutsche Nationalspieler Christian Dünnes am CVM-Block. Und wenn der nicht stand, schaufelte Erik Shoji, der hawaiianische Libero der Piraten, den Ball kurz vorm Hallenboden in die Luft zurück.

Matthias Münz hätte trotz der Niederlage mit seiner Mannschaft zufrieden sein können. Aber der CVM-Trainer konnte sich über das 2:3 nicht freuen. "Für uns ist das der Worst Case, der ungünstigste Ausgang", sagte er kurz nach der Partie noch immer aufgeregt. Zum einen seien seine Spieler durch eine Fehlentscheidung um den Sieg gebracht worden. Beim letzten Punkt der Partie hatte der Linienrichter einen Angriff der Hachinger als im Feld erkannt, obwohl er deutlich im Aus war. "Das passiert uns so oft", echauffierte sich Münz. "Dann müssen wir entweder mit mehr Linienrichtern spielen oder sie gleich weglassen."

Zum anderen ist das Ergebnis ein Fingerzeig in Richtung der Mannschaften, die sich in der gleichen Tabellenregion wie der CVM befinden. "Wenn die sehen, dass wir gegen Haching nur 2:3 verlieren, sind die doppelt gewarnt", so Matthias Münz.

Trotzdem sieht auch er bei seiner Mannschaft einen deutlichen Aufwärtstrend: "Wir haben zwar beim 0:3 im letzten Spiel gegen die Berlin Recycling Volleys die Hosen voll bekommen, aber ansonsten wird es immer besser."

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