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Tennis: Barthel beweist Nervenstärke

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Mona Barthel kann über den zweiten Tour-Titel ihrer Karriere jubeln. (FOTO: DPA)

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Auf der Zielgeraden flatterten Mona Barthel plötzlich die Nerven. Zwei Matchbälle hatte die 22-Jährige aus Bad Segeberg beim WTA-Turnier in Paris gegen die Weltranglistensiebte Sara Errani. Nach 1:56 Stunden jubelte dennoch Barthel über den zweiten Tour-Titel ihrer Karriere.
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KÖLN/BUENOS AIRES/sid. 

Auf der Zielgeraden flatterten Mona Barthel plötzlich die Nerven. Zwei Matchbälle hatte die 22-Jährige aus Bad Segeberg beim WTA-Turnier in Paris gegen die Weltranglistensiebte Sara Errani. Zweimal kam die Kämpferin aus Italien zurück und erzwang den Tiebreak. Nach 1:56 Stunden jubelte dennoch Barthel über den zweiten Tour-Titel ihrer Karriere. 7:5, 7:6 (7:4) bezwang sie Errani und ihr eigenes Nervenkostüm und trat damit in die Fußstapfen von Angelique Kerber (Kiel), die im vergangenen Jahr das Hallenturnier an der Seine gewonnen hatte.

Der Triumph über sich selbst und Maria Kirilenko (Russland) blieb Sabine Lisicki hingegen versagt. Die Fed-Cup-Spielerin schlug im Finale von Pattaya/Thailand beim Stand von 6:5 im entscheidenden Durchgang zum Matchgewinn auf - es wäre ihr erster Titel seit August 2011 in Dallas/Texas und der vierte insgesamt gewesen. Dann wurde Lisickis Arm schwer.

Das Aufschlagspiel gab die 23-Jährige zu Null ab, im Tiebreak gelang ihr nur noch ein Punkt. 7:5, 1:6, 6:7 (1:7) lautete der Endstand. Kirilenko kassierte für ihren sechsten Tour-Erfolg 40.000 Dollar (ca. 29.200 Euro). Lisicki darf sich mit 20.000 Dollar (ca. 14.600 Euro) und neuem Selbstvertrauen für die Fed-Cup-Begegnung gegen Frankreich am kommenden Samstag und Sonntag in Limoges trösten.

Seit dem Achtelfinale bei den Olympischen Spielen in London hatte die ehemalige Wimbledon-Halbfinalistin nicht mehr die zweite Runde eines Turniers überstanden. „Ich bin enttäuscht, dass ich im Tiebreak verloren habe, obwohl ich einen 2:5-Rückstand aufgeholt hatte“, schrieb Lisicki ihren Fans bei Facebook. Dennoch sei es ein großartiges Turnier gewesen, sie nehme viel Positives aus Thailand zum Fed-Cup mit, so die Weltranglisten-52. aus Berlin. Mit gehörig Schwung, 94.355 Euro Preisgeld und einem deutlich kürzeren Weg könnte Mona Barthel nach Limoges fahren, um den deutschen Tennis-Damen beim Aufstieg in die Weltgruppe zu helfen.

Allerdings hat die Weltranglisten-45. andere Pläne und Teamchefin Barbara Rittner mit dem Verweis, sich zunächst auf ihre Einzelkarriere konzentrieren zu wollen, abgesagt. Die Bundestrainerin gratulierte trotzdem bei Twitter: „Glückwunsch an Mona Barthel zum Sieg in Paris! Tolle Leistung!!!“ Barthels Absage ist umso bitterer für das deutsche Fed-Cup-Team, da sie in Paris die halbe französische Nationalmannschaft geschlagen hatte. Im Viertelfinale triumphierte sie gegen Marion Bartoli, im Halbfinale bezwang sie Kristina Mladenovic.

Gegen die French-Open-Finalistin Errani setzte sie sich nun die Krone auf und feierte ihren zweiten Sieg nach dem Triumph in Hobart/Tasmanien 2012. Gegen Frankreich spielen am Samstag und Sonntag sind Julia Görges (Bad Oldesloe), Anna-Lena Grönefeld (Nordhorn) und Annika Beck (Bonn) nominiert. Lisicki stößt nach ihrer Rückkehr am Dienstag zum Team. Die Weltranglistensechste Angelique Kerber fehlt wegen der Überbelastung ihrer Wirbelsäule. Andrea Petkovic musste frühzeitig absagen, nachdem sie sich zu Beginn der Saison beim Hopman Cup in Perth/Australien einen Meniskusriss im Knie zugezogen hatte.

Von der Darmstädterin gab es derweil allerdings wieder positive Nachrichten. Beim „Ball des Sports“ in Wiesbaden kündigte die 25-Jährige ihr Comeback für März an. „Ich habe von den Ärzten grünes Licht bekommen und werde ab Montag wieder trainieren. Anfang März sollte ich, wenn alles gut läuft, wieder auf der Tour sein“, sagte Petkovic.

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