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Skispringen: Vier Deutsche landen unter den ersten Zehn

Uhr | Aktualisiert 16.12.2012 22:13 Uhr
Noch ein unbekanntes Gesicht: Andreas Wellinger. (FOTO: DPA) 
Die deutschen Skispringer waren am Sonntag in Engelberg die personifizierte gute Laune. Andreas Wellinger sprang beim Weltcup in der Schweiz als Zweiter auf das Podest, insgesamt vier Springer reihten sich unter den ersten Zehn ein.
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ENGELBERG/SID. 

Nur der Verlust des Gelben Trikots von Severin Freund trübte ein wenig die ansonsten hoffnungsvolle Generalprobe der Deutschen vor der Vierschanzentournee.

"Heute ist es fantastisch gelaufen", sagte der 17 Jahre alte Wellinger, der auf der Titlis-Schanze im Kanton Obwalden das beste Ergebnis seiner Karriere schaffte und sich nur dem Österreicher Gregor Schlierenzauer geschlagen geben musste.

Der Schüler hatte nach dem ersten Durchgang noch auf Rang elf gelegen und sich dann mit der Tagesbestweite von 138,5 Metern nach vorn geschoben. Der Österreicher Andreas Kofler, der am Sonnabend das erste Springen gewonnen hatte, wurde punktgleich mit Wellinger ebenfalls Zweiter. Freund hingegen verpasste als Sechster genau wie am Vortag mit Platz vier das Treppchen.

Schlierenzauer löste Freund im letzten Springen vor der Vierschanzentournee als Führenden im Gesamtweltcup ab. "Das ist kein Problem. Es ist noch so früh in der Saison, da braucht man sich über das Gelbe Trikot keine Gedanken zu machen", sagte der 24 Jahre alte Freund.

"Ich werde alles dafür tun, dass ich es zurückbekomme. Heute war Gregor einfach besser." Wie 2011 geht Titelverteidiger Schlierenzauer aus der Alpenrepublik als Top-Favorit in die Vierschanzentournee, die am 30. Dezember in Oberstdorf beginnt.

Freund muss sich nach dem starken Saisonauftakt aber nicht verstecken und reist mit viel Selbstvertrauen zur Tournee. "Ich zähle zu dem Kreis, der vorn mitspringen kann. Aber es sind viele, die das können.

Die Weltspitze ist sehr eng zusammengeschoben", betonte der deutsche Vorflieger, der die Tage bis zum Auftaktspringen noch zum Training nutzen will. "Ich sehe in meinen Sprüngen noch Verbesserungspotenzial, aber ich habe ja noch ein paar Testtage."

Ziel: Podestplatz bei der Tournee

Diese Tage will auch Bundestrainer Werner Schuster nutzen, damit es bei der Tournee das beste deutsche Ergebnis seit vielen Jahren gibt. "Wir wollen mal wieder einen Podestplatz in einem Einzelspringen bei der Tournee holen", sagte Schuster. 2009 wurde Martin Schmitt Dritter in Innsbruck. Den letzten deutschen Einzelsieg holte Sven Hannawald in Oberstdorf 2002 - ein Jahr nach seinem Gesamttriumph.

Vor dem Wochenende in Engelberg hatte Schuster moniert, dass neben Freund ein weiterer Springer in der absoluten Spitze fehlt. Wellinger könnte diese Rolle ausfüllen, ebenso Michael Neumayer und Richard Freitag, die am Sonntag in Engelberg auf den Plätzen fünf und acht landeten.