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Skispringen: DSV will Trainer Schuster langfristig binden

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Werner Schuster soll die Zukunft der Springer formen. (FOTO: DPA)

Schon vor dem ersten Flug der DSV-Adler bei der 61. Vierschanzentournee erhielt Skisprung-Bundestrainer Werner Schuster den Ritterschlag.
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Oberstdorf/dpa. 

«Er ist als Trainer schon ziemlich komplett und hat eine hohe Fachkompetenz. Er hat ein extremes Gespür für die Situation und auch einen langfristigen Weg vor Augen. Und er ist authentisch», lobte Horst Hüttel, Sportlicher Leiter Skisprung im Deutschen Skiverband (DSV), den Coach und kündigte an: «Ich werde alles daran setzen, ihn so lange wie möglich bei uns zu halten.»

Schusters Vertrag gilt bis 2015, doch schon jetzt ist man sich in der Verbandsspitze einig, die Zusammenarbeit mit dem Österreicher darüber hinaus fortsetzen zu wollen. «Das Fernziel ist, ihn extrem lange an uns zu binden», erklärte Hüttel vor dem Tournee-Auftakt in Oberstdorf.

Schuster hatte im Frühjahr 2008 die Nachfolge von Peter Rohwein angetreten und führte die deutschen Springer seither sukzessive in die Weltspitze zurück. «Ich bin mit dieser Wahl seit dem ersten Tag an glücklich», betonte Hüttel und fügte hinzu: «Man hat eine Vision und ein Konzept, und ich habe gewusst, dass ich diesen Weg mit ihm gehen kann - oder er mit mir. Daher war die Zusammenarbeit vom ersten Tag an, auch wenn es schwierige Zeiten gab, extrem intensiv, schön und freudvoll.»

Unter der Ägide des 43 Jahre alten Familienvaters gewannen die DSV-Springer bei den Olympischen Winterspielen 2010 und der Skiflug-WM 2011 jeweils Silber im Team. 2009 wurde Martin Schmitt Vizeweltmeister im Einzel. In den kommenden Jahren soll Schuster die deutschen Weitenjäger ganz nach oben führen. «Wir wollen wieder Titel gewinnen, das muss unser Ziel sein», erklärte Hüttel.

Der letzte Triumph bei einem Großereignis liegt immerhin schon fast elf Jahre zurück. 2002 holten Sven Hannawald, Martin Schmitt, Michael Uhrmann und Stephan Hocke in Salt Lake City Olympia-Gold im Team. Schuster hängt die Messlatte daher selbst hoch. «Da zucke ich nicht zusammen. Das ist der Anspruch. Wir haben gewisse Strukturen verbessert und interessante Springer in einem guten Alter. Wir wollen die Mannschaft so entwickeln, um wieder Titel zu gewinnen. Wenn es geht schon in dieser Saison. Und wenn nicht, dann nächste. Da wäre es am wertvollsten», sagte Schuster mit Blick auf Olympia in Sotschi.

Der Österreicher genießt im Verband und bei den Aktiven ein gleichermaßen hohes Ansehen. «Er sagt nicht, ich weiß alles, sondern hat die Bereitschaft, Experten ins Team zu holen. Das ist auch ein wichtiger Faktor», lobte Hüttel. Und Richard Freitag betonte: «Er hat die Leitung - aber auch die gewisse Lockerheit. Seine innere Ruhe wirkt sich auf das ganze Team aus.»